Air Berlin bestätigt Verhandlungen mit Tui und Etihad

Die Fluglinien wollen einen Airline-Verbund der Touristiksparte gründen

06.10.2016 | 13:35
Air Berlin bestätigt Verhandlungen mit Tuifly und Etihad.

Das Unternehmen Air Berlin bestätigt offiziell Gespräche zwischen Etihad und der Tui-Gruppe, einen gemeinsamen Airline-Verbund im Ferienflieger-Segment zu starten. Das geht aus einer Erklärung vom Mittwoch (5.10.) hervor. In welchem Umfang davon die Flüge von und nach Mallorca betroffen wären, war zunächst nicht klar.

Air Berlin habe entschieden, sich "den Gesprächen von Etihad Airways mit der TUI AG anzuschließen. Dabei geht es um die Gründung eines neuen Airline-Verbundes mit Fokus auf Punkt-zu-Punkt-Verkehr zum Anschluss wichtiger Destinationen in den touristischen Märkten", heißt es in der Erklärung wörtlich. Hauptthema der Gespräche sei nun, welchen Beitrag Air Berlin in dem Verbund leisten könne. Der Fachbegriff Punkt-zu-Punkt-Verkehr bezieht sich in der Luftfahrt auf Flüge, die direkt vom Ursprungs- zum Zielflughafen führen, ohne das Umsteigen in einem Hub der Fluglinie. Seit Air Berlin das Drehkreuz auf Mallorca aufgegeben hat, verfügt die Airline derzeit noch über Hubs in Berlin und Düsseldorf.

Demnach könnte Tuifly in einem neu zu gründenden Verbund aufgehen: "Beabsichtigt ist, die deutsche TUIfly einschließlich der derzeit von TUIfly für airberlin im Rahmen einer eigenen Wet-Lease-Vereinbarung betriebenen Flugzeuge sowie die derzeitig touristisch betriebene Flotte der airberlin Gruppe mit dem Know-how und der Unterstützung von Etihad Airways zu kombinieren", heißt es in der Erklärung. Bei der erwähnten Wet-Lease-Vereinbarung handelt es sich um Flüge, die schon jetzt von der Tuifly für Air Berlin durchgeführt werden.

Allerdings seien die Verhandlungen noch nicht abgeschlossen: "Die geplante Transaktion steht unter dem Vorbehalt der erfolgreichen Verhandlungen und aller erforderlichen unternehmensinternen sowie behördlichen Genehmigungen."

Hintergrund: Air Berlin ist nicht wiederzuerkennen

Die Verhandlungen und die damit möglicherweise verbundenen Stellenstreichungen bei Tuifly und Air Berlin haben in den vergangenen Tagen zu Protesten bei der Tuifly-Belegschaft geführt. Durch die Personalengpässe durch plötzliche Krankschreibungen kam es zu vielen Verspätungen von Flügen von und nach Mallorca. Andere fielen ganz aus.

In der vergangenen Woche war eine radikale Verschlankung von Air Berlin sowie ein damit einhergehender massiver Stellenabbau beschlossen worden. Um den "vorhandenen Kapazitätsüberhang im Bereich der Flotte sowie des Personals" ausgleichen zu können, beabsichtige man, bis zu 40 Airbus-Flugzeuge an die Lufthansa-Gruppe zu vermieten. /tg

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