Korruption um Knöllchen: Verdacht auf Millionen-Betrug

In Palmas Rathaus soll unter der PP-Regierung die Ausschreibung für den Betrieb der Kurzparkzonen manipuliert worden sein. 13 Personen festgenommen

22.10.2016 | 10:10
Rafael Vidal, Leiter der Knöllchen-Abteilung, mit seinem Anwalt.

Der mutmaßliche Betrug rund um den Betrieb und die Kontrolle der Kurzparkzonen in Palma (ORA) in der vergangenen Legislaturperiode beläuft sich auf mehr als eine Million Euro. Davon gehen die Ermittler aus, nachdem in dem Skandal 13 Personen vorläufig festgenommen wurden, darunter auch zwei frühere Stadträte: Irene San Gil, unter dem früheren Bürgermeister Mateo Isern war sie für die öffentlichen Ausschreibungen zuständig, und Gabriel Vallejo, ehemaliger Stadtrat für Mobilität.

Von den 13 Festgenommenen kamen bis Dienstag (18.10.) sieben wieder auf freien Fuß. Dabei handelte es sich um Verdächtige, die sich bereit erklärten, zur Aufklärung beizutragen und offenbar keine zentrale Rolle in dem Korruptionsfall gespielt hatten.

In dem Skandal soll eine öffentliche Ausschreibung auf Geheiß von Politikern manipuliert worden sein, um eine Unternehmergruppe der Firmen Dornier, API Movilidad sowie Roig Obres Serveis i Medi Ambient zu bevorzugen. Obwohl deren Angebot für den Betrieb der Kurzparkzone und die Vergabe der Knöllchen mit 25,4 Millionen Euro mehr als eine Million teurer war als das anderer Anbieter, bekam dieser Bewerber den Zuschlag. Es gebe keine inhaltlichen Argumente für diese Entscheidung, heißt es. Ermittelt wird vielmehr, ob im Gegenzug Schmiergelder gezahlt worden sind. Nach Informationen der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" gibt es auch Hinweise auf eine enge Freundschaftsbande zwischen verdächtigen Politikern und Unternehmern.

Ermittelt wird darüber hinaus, ob auch weitere Ausschreibungen manipuliert wurden, so etwa der städtische Abschleppdienst oder die Wartung der Ampelanlagen.

Bürgermeister José Hila (Sozialisten) forderte unterdessen am Dienstag auf einer Pressekonferenz von der Volkspartei (PP) eine Erklärung über die Vorgänge in der vergangenen Legislaturperiode. Es habe den Anschein, dass die Partei ein korruptes Netzwerk aufgebaut habe, um eigene Interessen statt die der Bürger zu verfolgen. /ff

auf Twitter teilen
auf Facebook teilen

Lokales

Tausende Demonstranten fordern Aufnahme von mehr Flüchtlingen auf Mallorca

Tausende Demonstranten fordern Aufnahme von mehr Flüchtlingen auf Mallorca

An dem Protestzug am Samstag (18.2.) beteiligten sich auch mehrere Vertreter der Landesregierung

Nach dem Urteil: Königsschwager Urdangarin erwägt Haftantritt in Badajoz

Nach dem Urteil: Königsschwager Urdangarin erwägt Haftantritt in Badajoz

Der Mann von Infantin Cristina wurde am Freitag (17.2.) zu sechs Jahren und drei Monaten verurteilt

Fall Nóos: Staatsanwalt beantragt Hafteinweisung von Königsschwager Urdangarin

Fall Nóos: Staatsanwalt beantragt Hafteinweisung von Königsschwager Urdangarin

In dem seit Monaten erwarteten Urteil vom Freitag (17.2.) wird Infantin Cristina freigesprochen....

Fall Nóos: Mallorca wartet auf Urteil gegen Königsschwester

Fall Nóos: Mallorca wartet auf Urteil gegen Königsschwester

Neben der Infantin Cristina saßen auch ihr Mann Iñaki Urdangarin und hochrangige ehemalige...

Bis zu 17 Grad am Samstag auf Mallorca

Bis zu 17 Grad am Samstag auf Mallorca

Das sind die Aussichten für das Wochenende

Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |