Polizist spült Ecstasy-Pillen die Toilette runter

Der Beamte der Guardia Civil bereut seinen Fehler vor Gericht, Staatsanwaltschaft fordert zwei Jahre Haft

25.10.2016 | 18:25
Der Beamte gestand und bereute seine Tat vor Gericht.

Ein Beamter der Guardia Civil auf Mallorca muss sich wegen mutmaßlicher Vertuschung einer Straftat vor Gericht verantworten, weil er einen Drogenfund die Toilette hinuntergespült hat. Wie der Polizist am Montag (17.10.) gegenüber den Richtern zugab, hatte er bei der Fahrt mit dem Streifenwagen am 5. Juni 2014 in der Nähe von Cala Ratjada (Gemeinde Capdepera) eine Tüte mit 48 Pillen gefunden und diese zwei Wochen später vernichtet, statt sie ordnungsgemäß aufzuheben und einen entsprechenden Bericht zu erstatten.

Vor Gericht sagten ebenfalls als Beschuldigte die mutmaßlichen Käufer der Drogen aus. Sie gaben an, die Kapseln kurz zuvor bei einem Dealer in Alcúdia erstanden zu haben. Es habe sich wohl um Ecstasy-Pillen gehandelt, allerdings hätten sie diese nicht probiert, sondern an jenem Abend beim Anblick des Polizeiwagens der Guardia Civil aus dem Fenster geworfen. Da das Beweismaterial dem Gericht nicht vorliegt, plädiert die Verteidigung der Drogenkäufer auf Freispruch. Niemand habe wirklich festgestellt, ob es sich bei den Pillen tatsächlich um Rauschgift gehandelt hat.

Der beschuldigte Beamte gab an, die Drogentüte auf der Straße gefunden zu haben, als er mit dem Streifenwagen wenig später den Weg entlang fuhr. Zusammen mit seinen Kollegen habe er die Kapseln gezählt und einen Bericht geschrieben. Da es aber schon spät gewesen sei, habe er den Bericht nicht beendet und ordnungsgemäß eingereicht, sondern die Tüte erstmal in seinem Schrank gelagert, um später an dem Fall weiterzuarbeiten. Als er nach zwei Wochen merkte, dass es keine weiteren Anhaltspunkte gab, spülte er die Drogen einfach die Toilette herunter und hielt die Sache damit für abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft fordert für diese Schlamperei nun zwei Jahre Haft und weitere zwei Jahre Berufsausübungsverbot. /tg

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