Knöllchen-Skandal: Richter ordnet Untersuchungshaft an

Ein Abteilungsleiter im Rathaus und ein Unternehmer sind Hauptverdächtige im mutmaßlichen Betrug bei der Vergabe der Kontrolle der Kurzparkzonen (ORA) in Palma

27.10.2016 | 09:45
Ein weiterer Korruptionsskandal bestimmt die Schlagzeilen auf Mallorca.

Und wieder werden auf Mallorca Politiker und Unternehmer wegen Korruptionsverdacht verhaftet. Für zwei Hauptverdächtige im sogenannten Knöllchen-Skandal hat der Ermittlungsrichter am Donnerstag (20.10.) Untersuchungshaft angeordnet. Sowohl der Abteilungsleiter für Mobilität in Palmas Rathaus, Miquel. F., als auch der Unternehmer Antoni R. stehen im Verdacht, den Vergabeprozess für den Betrieb und die Kontrolle der städtischen Kurzparkzonen (ORA) manipuliert zu haben. Der Stadt könnte dabei ein Schaden in Millionenhöhe entstanden sein, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" berichtet.

In dem sogenannten Knöllchen-Skandal wurden bislang 13 Personen aus dem Umfeld des Rathauses vorläufig festgenommen und vernommen, darunter auch zwei frühere Stadträte: Irene San Gil, unter dem früheren Bürgermeister Mateo Isern war sie für die öffentlichen Ausschreibungen zuständig, und Gabriel Vallejo, ehemaliger Stadtrat für Mobilität.

In dem Skandal soll eine öffentliche Ausschreibung auf Geheiß von Politikern manipuliert worden sein, um eine Unternehmergruppe der Firmen Dornier, API Movilidad sowie Roig Obres Serveis i Medi Ambient zu bevorzugen. Obwohl deren Angebot für den Betrieb der Kurzparkzone und die Vergabe der Knöllchen mit 25,4 Millionen Euro mehr als eine Million teurer war als das anderer Anbieter, bekam dieser Bewerber den Zuschlag.

Es gebe keine inhaltlichen Argumente für diese Entscheidung, heißt es. Ermittelt wird vielmehr, ob im Gegenzug Schmiergelder gezahlt worden sind. Nach Informationen der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" gibt es auch Hinweise auf eine enge Freundschaftsbande zwischen verdächtigen Politikern und Unternehmern. /tg

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