Schulhof-Attacke: Eltern wollen Schüler wegen versuchter Tötung anzeigen

Auch gegen die Schulleitung, Klassenlehrerin und Landesregierung wollen die Anwälte der Familie der Achtjährigen vorgehen

27.10.2016 | 11:11
In den Tagen nach der Attacke kontrollierten Polizisten den Schulweg.

Der Skandal um eine auf einem Schulhof auf Mallorca verprügelte Achtjährige zieht weitere Kreise. Die Anwälte der Familie der betroffenen Schülerin des Colegio Son Roca in Palma kündigten am Freitag (21.10.) an, Strafanzeige wegen versuchter Tötung gegen die Schüler zu stellen, die nach einem verlorenen Fußballspiel auf sie eingeschlagen hätten.

Auch gegen die Schulleitung, die Klassenlehrerin und die Pausenaufsicht wolle man rechtliche Schritte wegen Verletzung der Aufsichtspflicht und unterlassener Hilfeleistung einleiten. Zur Zeit prüfe die Anwaltskanzlei mit Sitz in Madrid ebenfalls die Möglichkeit, gegen die balearische Schulbehörde vorzugehen.

Ein Bericht der Schulbehörde hatte den Zwischenfall, der spanienweit für Schlagzeilen sorgte, als wenig gravierend eingestuft. Die Attacke auf das Mädchen sei keine gezielte Aktion der Mitschüler gewesen, hieß es, sondern habe sich spontan beim Streit um einen Ball ergeben. Die Mannschaft des Mädchens hatte ein Fußballspiel auf dem Pausenhof gewonnen, und als die Achtjährige den Ball abgeben wollte, seien Spieler der gegnerischen Mannschaft hinter ihr hergelaufen.

Das Mädchen sei gestürzt, und es kam zu einem Gerangel. Die Lehrer stellten laut dem Bericht keine Verletzungen fest, das Mädchen nahm ganz normal wieder am Unterricht teil. Erst nach Protesten der Elternschaft wurden die verantwortlichen Schüler für mehrere Tage vom Unterricht ausgeschlossen.

Später ließen die Eltern das Kind im Krankenhaus Son Espases untersuchen, wo angeblich schwere Verletzungen festgestellt worden seien. Diese Befunde sollen nun bei der Formulierung der Anzeige dienen. /tg

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