Donald Trump wird neuer Präsident der Vereinigten Staaten: So reagiert Mallorca

Deutsche Unternehmer sind entsetzt, Inselpolitiker aus linker Regierung und konservativer Opposition sind gleichermaßen besorgt. Spaniens Premier Mariano Rajoy twittert indes muntere Glückwünsche

10.11.2016 | 08:55
Donald Trump wird neuer Präsident der Vereinigten Staaten: So reagiert Mallorca

Die Nachricht von der Wahl von Donald Trump zum künftigen US-Präsidenten ist am Mittwoch (9.11.) auch auf Mallorca wie eine Bombe eingeschlagen. Unternehmer und Politiker auf der Insel äußerten sich überwiegend entsetzt.

Auf die Frage, wie sich Trumps Präsidentschaft womöglich auch auf die Balearen auswirken könnte, antwortete Steuerberater Willi Plattes: "Es gibt Politiker die sind zu nichts fähig, Es gibt andere, die sind zu allem fähig. Ich glaube, das Trump zu der letzten Kategorie zählt. Für Mallorca sehe ich aber keine negativen Auswirkungen, da man umso mehr eine 'Insel' suchen wird um einem vermeintlichen Bedrohungspotential zu entfliehen."

Immobilienunternehmerin Heidi Stadler erklärte: "Als Präsident der USA hat er Einfluss auf das Weltgeschehen, somit auch auf unsere Umwelt und Psyche. Leider nimmt er keine unterschwelligen Ängste, sondern nährt sie eher. Die USA ist ein Hollywood-Schauplatz, und die Folgen einer Wahl von Trump sind nicht abzusehen. Trump ist meiner Meinung nach eine Marke, die man jetzt benutzen wird, intern und extern, und die denen zu Nutze kommen kann, die am meisten zahlen. Wir sind weit weg von einem ethisch verantwortlichen Chef d'Etat, der auf der Weltbühne einen Unterschied machen kann, um positive, globale Ziele zu erreichen. In diesen Zeiten braucht es Zusammenhalt, keine Führer, die Trennung predigen."

Auch Immobilienunternehmer Lutz Minkner äußerte sich besorgt: "Ich bin erstmal geschockt, wie andere auch. Wir können nur hoffen, dass es nicht so schlimm wird, wie befürchtet. Wir haben ja auch schon andere US-Präsidenten überstanden. Wir können nur hoffen, dass Trump vernünftige Berater hat und nicht alles das umsetzt, wovon er im Wahlkampf gesprochen hat."

Inselpolitiker der linken Regierung und der konservativen Opposition reagierten gleichermaßen geschockt auf die Nachrichten aus den USA: "Man wird abwarten müssen, aber mit dem Sieg von #Trump erscheint die Welt heute unsicherer." So kommentierte der balearische Tourismusminister Biel Barceló (Més per Mallorca) am Mittwochmorgen (9.11.) Trumps Sieg.

Der Més-Abgeordnete David Abril twitterte: "The worst thing about #Trump's victory is that it normalizes hate in a global level." (Das Schlimmste über Trumps Sieg ist, dass er Hass weltweit normalisiert.) Alice Weber, deutsche Stadträtin in Inca, die ebenfalls der Partei Més angehört, kommentiert auf Twitter: "Ein Volk zwingt einen Präsidenten wegen einer Affäre zum Rücktritt und wählt einen Belästiger zum Präsidenten."

Isabel Oliver, sozialistische Abgeordnete im Balearenparlament, äußerte sich im Interview mit dem Regionalsender IB3: "Trumps Sieg rührt von einem Gefühl der Ablehnung des Systems her. Das ist weder eine gute Nachricht für die USA noch für die Welt. Man sollte nachdenken." Die sozialistische Ministerpräsidentin der Balearen, Francina Armengol, hatte sich am Wahltag klar hinter die demokratische Kandidatin Hillary Clinton gestellt. Am Dienstag (8.11.) twitterte sie: "Die USA entscheiden über ihre Zukunft. Meine Unterstützung gilt @HillaryClinton. Man muss progressive Politik und Gleichberechtigung fördern."

Selbst die Fraktionssprecherin der konservativen Opposition im Balearenparlament, Marga Prohens (Volkspartei, PP), äußerte sich alles andere als positiv über den Sieg des konservativen Politikers in den USA. Am frühen Mittwochmorgen gegen 7 Uhr twitterte sie: "Was für ein Erwachen ... oder was für ein Albtraum ... #ElectionDay". Etwas später äußerte sie sich moderater im Interview mit IB3: "Trump hat mit einer populistischen Botschaft gewonnen. Nach dem Wahlsieg hat sich sein Tonfall schon ganz anders angehört als während des Wahlkampfs."

Von der konservativen spanischen Regierung in Madrid sind indes versöhnlichere Töne zu vernehmen. Der jüngst im Amt bestätigte Premier Mariano Rajoy (Volkspartei, PP) teilte über Twitter mit: "Meinen Glückwunsch an Donald Trump zu seinem Sieg. Wir werden weiter daran arbeiten, die Beziehung auszubauen, die uns mit den USA verbindet, unersetzlicher Bündnispartner. MR". Der neue spanische Außenminister, Alfonso Dastis, reagierte neutral auf die Nachrichten aus den USA: "Wir werden Januar abwarten müssen, wenn er seine Regierung aufstellt und die ersten Maßnahmen beschließt." /ff/tg

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