Todesfall mit vielen Fragezeichen nahe Algaida

Eine Frau war im Mai tot auf ihrer Finca gefunden worden. Die Ermittler gingen von Selbstmord aus. Bis eine genaue Untersuchung jetzt einen anderen Verdacht aufwirft

14.11.2016 | 10:45
Die Eingangstür zur Finca nahe Algaida.

Der Fall schien Mai relativ klar: Eine alleinstehende Frau war am 1. Mai tot auf ihrer Finca außerhalb von Algaida gefunden worden. Die Frau wurde erst drei Tage nach ihrem Tod gefunden, die Ratten hatten den Leichnam bereits angenagt. Die Autopsie legte den Verdacht eines Selbstmordes nahe, weil im Körper der Frau Substanzen gefunden wurden, die beim Drogentest positiv anschlugen. In einer Untersuchung in einem Labor in Barcelona konnte allerdings ausgeschlossen werden, dass die Frau Drogen genommen hatte. Das rief die Familie der Frau, die auf ihrer Finca mit zahlreichen Tieren lebte und mit ihren Nachbarn im Clinch lag, auf den Plan. Ihre Kinder glaubten nicht an die Version des Selbstmordes und pochten auf eine detailliertere Aufarbeitung des Falles. Sie engagierten einen Anwalt und Privatdetektive. Die Richterin hat daraufhin verfügt, den Körper der Toten eingehender zu untersuchen.

Hintergrund: Tod zwischen Hundezwingern

Mehrere Sachverhalte bestärkten die Zweifel der Familie der Toten an der ursprünglichen Version der Guardia Civil. Am Tag nach dem Fund der Toten tauchten die Ratten, die den Leichnam gebissen hatten, verbrannt auf der Finca auf. Ein bisher Unbekannter hatte sie gemeinsam mit einer Katze getötet. Außerdem fand sich eine Leiter, die an die Hausfassade gelehnt war. Die Guardia Civil untersuchte das Haus beim Fund der Leiche nicht eingehend. Als die Söhne zurückkehrten, bemerkten sie, dass ein Unbekannter alle Schubladen und Schränke geöffnet und offensichtlich etwas gesucht hatte. Die Zimmertür war außerdem aufgebrochen.

Die Söhne sind davon überzeugt, dass ihre Mutter vergiftet wurde. Tage vor ihrem Tod hatte sie eine private Krankenversicherung bei einer Bank abgeschlossen. Der Bankangestellte konnte sich daran erinnern, dass die Frau eine ungewöhnliche violette Gesichtsfarbe aufwies, die von einer Vergiftung herrühren könnte. Einer Freundin hatte die Frau noch an ihrem Todestag erzählt, dass sie schwere Magenschmerzen habe. Im Haus fand sich außerdem ein Behälter mit einem chemischen Mittel, das stark roch. Die Familie drängt nun die Ermittler, dass die Zusammensetzung der Chemikalie untersucht wird.

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