Gewalt gegen Frauen: 56-Jährige wird von ihrem Partner in Palma erschlagen

Der 50-jährige Lebensgefährte, Psychologe und Musiklehrer, versuchte sich nach der Tat, das Leben zu nehmen

17.11.2016 | 13:54
Der Abtransport der Leiche aus dem Haus in Palmas Viertel Son Cotoner.

Neuer Fall von häuslicher Gewalt auf Mallorca: Am Mittwochvormittag (16.11.) wurde in einer Wohnung im Stadtteil Son Cotoner in Palma die Leiche einer 56-jährigen Frau gefunden. Daneben befand sich ihr 50-jähriger Lebensgefährte, der seiner Partnerin offenbar mit einer Teekanne mehrfach auf den Kopf geschlagen und sie damit getötet hatte. Der Mann hatte danach offenbar versucht, sich das Leben zu nehmen. Er schluckte Medikamente und ritzte sich die Arme auf. Mit Verletzungen wurde er ins Krankenhaus gebracht.

Die Leiche der Spanierin wurde gegen 10.30 Uhr gefunden, nachdem ihre Tochter den Notruf verständigt hatte. Sie hatte erfolglos versucht, ihre Mutter per Telefon zu erreichen. Das Paar war offenbar erst seit wenigen Monaten zusammen. Die 56-Jährige ist das sechste Todesopfer häuslicher Gewalt auf den Balearen in diesem Jahr. Spanienweit starben 2016 bereits 38 Frauen durch ihre Partner oder Ex-Partner.

Die balearische MInisterpräsidentin Francina Armengol verurteilte die Tat und drückte den Hinterbliebenen ihr Beileid aus. Es sei die Aufgabe der Behörden, zusammen mit der gesamten Gesellschaft der Gewalt gegen Frauen ein Ende zu bereiten. Der mallorquinische Inselrat ordnete Trauer an und setzte die mit einer schwarzen Schleife versehenen Flaggen auf Halbmast. Das Rathaus von Palma hielt eine Schweigeminute ab.

Bei dem mutmaßlichen und nach ersten Angaben der Polizei wohl geständigen Täter handelt es sich um einen 50-jährigen Lehrer, der nach dem Psychologie-Studium als Musiklehrer im Viertel arbeitete. In jüngster Zeit war er wegen Depressionen krankgeschrieben. Die Tat fand wohl in den frühen Morgenstunden statt. Die befragten Nachbarn gaben an, weder Schreie noch auffällige Geräusche gehört zu haben.

Die Nachbarn beschreiben den mutmaßlichen Täter als stillen, introvertierten, höflichen und unauffälligen Mann. Das Paar sei erst seit etwa einem halben Jahr zusammen und nicht seh bekannt in der Nachbarschaft. In der Vergangenheit hatte man die beiden häufiger streiten hören. Angeblich stand eine Trennung bevor. Die erschlagene Frau arbeitete als Zimmermädchen in einem Hotel. In der Nachbarschaft galt sie als fröhlicher, offener und extrovertierter Mensch. /jk /tg

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