Plan gegen Dürre: 160 Millionen Euro für neue Wasserleitungen

Landesregierung will die Leitungsnetze der Insel miteinander verknüpfen, um flexibler auf Trockenperioden reagieren zu können

17.11.2016 | 14:00
Umweltminister Vidal bei der Präsentation des geplanten Wassergesetzes.

Obwohl es auf Mallorca im Herbst ein paar Mal heftig geregnet hat, ist das Thema Trockenheit noch lange nicht ausgestanden. Um dem Problem mittel- und langfristig Herr zu werden, hat die balearische Landesregierung nun den Entwurf für ein neues Wassergesetz vorgelegt.

Kernstück ist eine Millionen-Investition in das Wassernetz. Durch neue Leitungen, sollen alle Teile der Insel Mallorca miteinander verbunden werden, um im Fall einer Dürreperiode flexibler reagieren zu können. Das Geld - rund 160 Millionen Euro - soll von Madrid kofinanziert werden und beansprucht zusätzlich Gelder aus der Touristensteuer.

Die Grundidee besteht darin, das Wasser aus Entsalzungsanlagen in Palma und Alcúdia sowie aus großen Grundwasserspeichern im Nordwesten der Insel (Sa Marineta und S'Estremera) in wasserarme Teile im Süden und Osten pumpen zu können, erklärte der balearische Umweltminister Vicenç Vidal am Mittwoch (16.11.).

Um das Wasser flexibel über die Insel verteilen zu können, müssen nur teilweise neue Rohre verlegt werden. Andere Leitungen müssten angepasst werden, sodass das Wasser nicht nur in eine sondern in beide Richtungen gepumpt werden kann. Bislang sei es zum Beispiel möglich, Wasser aus Sóller für Palma abzuzwacken. Nach Norden ließe sich das Wasser im Moment jedoch nicht pumpen, so Vidal. "Wir wollen vorsorgen, um eine künftige Dürre zu verhindern und gleichzeitig einen Maßnahmenkatalog für akute Notlagen zur Hand haben."

Nicht nur die Umverteilung, sondern auch das Einsparen des knappen Gutes wird in dem Gesetzentwurf angegangen. So sieht der Entwurf vor, die Nutzung von Grundwasser zum Bewässern von Golfplätzen künftig komplett zu untersagen. Bislang gibt es auf Mallorca drei Anlagen, die aufgrund alter Lizenzen noch unterirdische Reserven anzapfen dürfen. Nach einer Übergangsphase von zwei Jahren soll dies verboten werden. Außerdem soll es in Notlagen möglich sein, auch das Bewässern von Gärten zu verbieten. Alle Kommunen der Insel müssen einen eigenen Wassersparplan entwerfen.

Der Gesetzentwurf basiert auf einer angehängten Studie. Daraus geht hervor, dass der städtische Verbrauch momentan 64,3 Prozent des Gesamtkonsums auf der Insel ausmache, im Vergleich zu 28,5 Prozent für die Landwirtschaft und etwa 4,3 Prozent für die Golfplätze. Die unterirdischen Speicher machen den allergrößten Teil (72 Prozent) der Wasserreserven der Insel aus. /tg

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