Alte Türme: Mallorca sendet Rauchsignale von Atalayas

Die ehemaligen Wachtürme auf Mallorca erwachen am 7. Januar zu neuem Leben. An 24 strategischen Punkten der Küste wollen Schüler, Lehrer und andere Interessierte per Feuer und Rauch versöhnliche Botschaften um die Insel schicken

28.12.2016 | 09:38
Eine erste Einweisung ins Senden von Rauchsignalen erhielten die Teilnehmer am Samstag (10.12.).

Per WhatsApp geht es schneller, aber mit Rauchsignalen macht es mit Sicherheit mehr Spaß. Ein ganz besonderes Kommunikations-Experiment starten Schüler, Lehrer und weitere Interessierte am ersten Schultag nach den Weihnachtsferien, am 7. Januar 2017. An 24 strategischen Aussichtspunkten der Insel werden sich verschiedene Teams des Projekts Nachrichten per Feuer und Rauch schicken. Bei diesen Punkten handelt es sich überwiegend um noch erhaltene ehemalige Wachtürme, die sogenannten "atalayas" aus dem 16. Jahrhundert. Für einen Tag erhalten sie damit eine ihre ursprünglichen Funktionen wieder, die sie im 19. Jahrhundert eingebüßt hatten.

Die Idee hatte eine Gruppe von Lehrern am Gymnasium IES Marratxí. Die balearische Mathematiker-Gesellschaft (XEIX) griff die Initiative auf und organisierte zusammen mit weiteren Organisationen das Experiment, das nun an den für gewöhnlich besonders windstillen Tagen zum Jahresbeginn stattfinden soll. Eine erste Probe samt Einweisung in die Kunst des Sendens von Rauchsignalen fand am Samstag (10.12.) am Torre del Cap Blanc statt. Schließlich gehen der Handy-verwöhnten Gesellschaft das Senden und Entziffern von Feuerbotschaften nicht mehr so leicht von der Hand. Kommunikation per Lichtgeschwindigkeit hatte früher eine ganz andere Bedeutung.

Am 7. Januar will man kein Warnsignal vor vermeintlichen Eindringlingen aussenden, sondern im Gegenteil eine solidarische Willkommensbotschaft an Flüchtlinge, die vor Krieg und Elend fliehen müssen. Das Experiment wird zu zwei verschiedenen Uhrzeiten durchgeführt: um 13 Uhr mit roten Rauchschwaden und nach Sonnenuntergang um 18 Uhr mit Bengalfackeln. Das Projekt wird mit Kameras gefilmt. Dazu wird auch ein kleines Sportflugzeug eingesetzt, das die Signale aus der Luft aufzeichnet. /tg

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