20 Zentimeter Schnee: Wie Mallorca aus dem weißen Traum erwachte

Minusgrade und eine weiße Decke. So winterlich wie am Dienstag und Mittwoch war es auf der Insel schon lange nicht mehr

22.01.2017 | 15:42
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Die Mittelmeerinsel Mallorca ist am Mittwoch (18.1.) aus seinem weißen Traum erwacht. Mit milderen Temperaturen deutlich über dem Gefrierpunkt ist das Schneespektakel vom Vortag an den meisten Orten der Insel vorläufig vorbei. Die Schulen in den Tramuntana-Orten nahmen am Mittwoch (18.1.) den am Vortag abgesagten Unterricht wieder auf. Auf den meisten Straßen zirkulierte der Verkehr unter normalen Umständen.

Ab Dienstagvormittag (17.1.) hatte ein mehrstündiger und teilweise heftiger Schneeschauer bis zu 20 Zentimeter Schnee auf der Insel verteilt. An den meisten Orten über hundert Meter Höhe blieb die weiße Decke liegen. In der Balearen-Hauptstadt Palma und anderen Küstenorten rieselten die Flocken vom Himmel schmolzen aber schnell auf Strand und Straße dahin. Lediglich an einigen Nordstränden der Insel wie in Port de Pollença färbten sich auch die Sandflächen weiß, an denen im Sommer die Touristen unter der Sonne schwitzen. Zwar schneit es immer mal wieder im Winter in den Höhenlagen der Tramuntana auf Mallorca, aber selten auf Meereshöhe. 

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Mehrere Festakte zu Ehren des Heiligen Sant Antoni mussten am Dienstag ausfallen. So wurden in Manacor, Muro, Sineu, Maria de la Salut, Santa Maria und Alaró die traditionellen Tiersegnungen vorzeitig abgebrochen oder vollständig abgesagt.

Der Straßenverkehr kam an einigen Orten zum Erliegen, mehrere Straßen waren gesperrt. Ab 15 Uhr waren die Zufahrten zum Tramuntana-Gebirge fast ausnahmslos unpassierbar. Selbst der Tunnel auf der Landstraße zwischen Palma und Sóller musste zeitweise geschlossen werden, sodass Sóller vorübergehend vom Straßenverkehr abgeschottet war. Auf der Straße nach Valldemossa standen etwa 300 Autos stundenlang, um auf einen Schneepflug zu warten, der schließlich die Weiterfahrt ermöglichte. Der Inselrat hatte während des Schneesturms neun Räumfahrzeuge im Einsatz.

Die tiefsten Temperaturen registrierten die Wetterstationen in Lluc und Alfàbia mit jeweils -5 Grad Celsius. Die Höchstwerte erreichten an wenigen Orten 7 Grad über dem Gefrierpunkt. Auf der Gebirgskette Serra d'Alfàbia wurden außerdem Windgeschwindigkeiten von bis zu 111 Stundenkilometern gemessen.

Bei den tiefen Temperaturen erinnerte das Rote Kreuz an die rund 150 Obdachlosen, die in Palma und in anderen Orten der Insel auf der Straße leben. Um die Menschen zu versorgen, baute die Hilfsorganisation ihre nächtlichen Besuchsrunden aus, erklärte die Sprecherin Marga Plaza. Jede Nacht würden Freiwillige rund 40 bis 50 Obdachlose besuchen und mit den nötigsten Dingen zum Überleben auf der Straße versorgen.

Weitere Wetteraussichten
Während der Wind und Kälte nachlassen, gilt auf Mallorca auch am Mittwoch (18.1.) weiterhin die Warnstufe Orange wegen hoher Wellen. Halten Sie sich von der Küste fern. Die Wellen sollen über vier Meter hoch werden. Bei Temperaturen zwischen 10 Grad am Tag und 5 Grad in der Nacht bleibt das Wetter kühl. In den Tramuntana-Orten fällt das Thermometer auf den Gefrierpunkt. Es kommt zu vereinzelten Regenschauern.

Am Donnerstag wird es noch milder, dafür nehmen die Niederschläge zu. Die Temperaturen schwanken zwischen 13 Grad am Tag und 8 Grad in der Nacht. Die Schneefallgrenze liegt bei 800 Meter. Der Wind weht teilweise kräftig aus Nordost.  /tg

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