Feuerbakterium: Exportverbot für Pflanzen von Mallorca

Der Erreger war Ende vergangenen Jahres erstmals auf der Insel entdeckt worden

24.01.2017 | 10:02
Ein vom Feuerbakterium befallener Oleaster auf Mallorca.

Das spanische Landwirtschaftsministerium hat nach der Entdeckung des Feuerbakteriums auf Mallorca ein Exportverbot für Pflanzen von den Balearen ausgesprochen. Ausgenommen seien lediglich Samen, so der balearische Landwirtschaftsminister Vicenç Vidal bei einer Pressekonferenz am Samstag (21.1.).

Nach der Entdeckung des Bakteriums in einem Gartencenter in Porto Cristo im November 2016 und der Auswertung von Proben habe man Anzeichen dafür, dass Xylella fastidiosa seit 2013 auf den Balearen präsent sei, so Vidal. Die Analyse der insgesamt 565 Proben im unmittelbaren sowie weiteren Umkreis habe elf positive Befunde zu Tage gebracht, die nun noch durch ein Referenzlabor bestätigt werden müssten.

Hintergrund: Das Feuerbakterium ist da

Das Feuerbakterium, das ursprünglich aus Amerika stammt, wird von Insekten, allen voran von Zikaden, weitergegeben. Diese tragen den Erreger in sich und infizieren damit Bäume und Pflanzen, wenn sie bei der Nahrungsaufnahme die Pflanzensäfte saugen. Das Bakterium dringt in die Flüssig­keitsbahnen ein und verstopft diese. In Italien war die auch als Olivenebola bekannte Unterart Xylella fastidiosa pauca 2013 zum ersten Mal entdeckt worden und hatte in der Region um Lecce Hunderttausende Bäume befallen. Auf Mallorca befiel das Bakterium Kirschbäume, gefährdet sind auch Oleander. Dass es auf Olivenbäume überspringt, gilt derzeit noch als unwahrscheinlich.

Für die Wirtschaft auf Mallorca hat die Entscheidung wenig Relevanz: Die Insel importiert vor allem Pflanzen. Zwischen den Balearen-Inseln können diese zudem weiterhin transportiert werden. /ff

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