Tunesier zeigt mutmaßlich fremdenfeindlichen Polizisten auf Mallorca an

Ein Ortspolizist habe dem seit zwölf Jahren in Cala Ratjada lebenden Mann mehrfach gesagt: "Du bist nicht aus dem Dorf."

01.02.2017 | 09:42
Nidhal Gharsi zeigt die Anzeige wegen Fremdenfeindlichkeit gegen einen Ortspolizisten aus Capdepera.

"Ich bin aus dem Dorf, ich bin hier geboren. Du bist nicht aus diesem Dorf!" Diese Worte musste sich Nidhal Gharsi, tunesischer Geschäftsmann in Cala Rajada, von einem Ortspolizisten anhören. So zumindest brachte es der seit zwölf Jahren in dem Ort lebende Mann zur Anzeige wegen Fremdenfeindlichkeit.

Die Diskussion zwischen Gharsi und dem Ortspolizisten war am 12. Januar entstanden, nachdem der Vater seine beiden Kinder zur Schule gebracht und dabei das Auto im Parkverbot abgestellt hatte. Als er von der Schule zurück zum Wagen kam, fand er einen Ortspolizisten vor, der einen Strafzettel ausstellte. Gharsi entschuldigte sich für das regelwidrig abgestellte Fahrzeug und bekam die missgelaunte Antwort: "Nur schlecht erzogene Menschen parken wie du!" Der Tunesier gab zu verstehen, dass er natürlich die Strafe zahlen würde, fügte aber hinzu, dass sie ja beide hier im Ort wohnen würden, und dass es nicht ungewöhnlich sei, kurz mit dem Auto zu halten, um die Kinder zur Schule zu begleiten.

Gemäß der Anzeige soll der Ortspolizist geantwortet haben. "Du bist aus dem Dorf? Ich bin aus dem Dorf, weil ich hier geboren bin!" Dreimal hintereinander habe der Polizist ihm wiederholt, dass er nicht aus dem Dorf sei. "Ich war sprachlos. Ich bat ihn nur, mir auf der Stelle den Strafzettel auszuhändigen, um ihn zu bezahlen", erklärte Nidhal im Gespräch mit der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca".

Gharsi brachte die Sache zur Anzeige bei der Guardia Civil in Artà, auch weil er weitere Repressionen fürchtet: "Ich habe Angst. Er hat mir gesagt, dass er jetzt mein Autokennzeichen habe und dass er mich für jede Kleinigkeit bestrafen werde", führt er aus. "Wir sind die einzigen Tunesier in Cala Rajada. Bislang hatte ich noch nie Probleme mit Fremdenfeindlichkeit auf Mallorca", fügt Gharsi hinzu. /tg

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