Brüssel leitet Untersuchung gegen Hotelkonzern Meliá ein

Das mallorquinische Unternehmen soll seine Online-Angebote von Wohnort und Nationalität der Kunden abhängig gemacht haben. Das verstoße gegen europäisches Wettbewerbsrecht

13.02.2017 | 10:25
Zahlen Deutsche bei der Hotelbuchung einen höheren Preis?

Der auf Mallorca beheimatete Hotel-Konzern Meliá wird verdächtigt, sich mit seiner Preispolitik und entsprechenden Absprachen wettbewerbswidrig verhalten und Kunden aufgrund ihres Wohnsitzes oder ihrer Nationalität benachteiligt zu haben. Aufgrund von Beschwerden der Kunden leitete die EU-Kommission am Donnerstag (2.2.) eine entsprechende Untersuchung ein, wie Wettbewerbskommissarin Margrethe Vestager in Brüssel bekannt gab.

Die Untersuchungen betreffen "Vereinbarungen in der Hotellerie zwischen den größten europäischen Reiseveranstaltern einerseits (Kuoni, REWE, Thomas Cook und TUI) und Hotels andererseits (Meliá Hotels)", informiert die EU-Kommission. Zwar begrüße man "dass Hotels innovative Preissetzungsmechanismen entwickeln und einführen, um ihre Zimmerauslastung zu maximieren". Dabei dürfe es aber nicht zu "einer Diskriminierung der Kunden aufgrund ihrer Staatsangehörigkeit oder ihres Wohnsitzes" kommen.

Wenn Kunden beim Buchen je nach Wohnsitz oder Staatsangehörigkeit "nicht alle verfügbaren Hotelzimmer angezeigt" bekämen, könnten sie ihre "Zimmer nicht zu den günstigsten Preisen buchen". In dem Fall würde das Unternehmen gegen die EU-Wettbewerbsvorschriften verstoßen. "Der elektronische Handel sollte den Verbrauchern eine größere Auswahl an Waren und Dienstleistungen verschaffen und ihnen die Möglichkeit bieten, über Grenzen hinweg einzukaufen", mahnte Vestager.

Die eingeleiteten Untersuchungen - neben Meliá werden auch Unternehmen in der Unterhaltungselektronik und beim Verkauf von Videospielen geprüft - konzentrierten sich auf "Verhaltensweisen, bei denen wir den Verdacht haben, dass sie von den betreffenden Unternehmen eingesetzt werden, um den Verbrauchern diese Vorteile zu verwehren", so die Wettbewerbskommissarin.

Meliá wies die Vorwürfe aus Brüssel zurück. Man vertraue darauf, dass die Untersuchungen zeigen werden, dass "die Praxis des Konzerns nicht gegen die europäischen Verbraucherrechte verstößt", teilte der Konzern in Palma mit. Man werde die Untersuchungen deshalb nach allen Kräften unterstützen, um den falschen Verdacht so schnell wie möglich auszuräumen. /tg

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