Fall Nóos: Mallorca wartet auf Urteil gegen Königsschwester

Neben der Infantin Cristina saßen auch ihr Mann Iñaki Urdangarin und hochrangige ehemalige Politiker auf der Anklagebank. Veröffentlichung am Freitagmittag (17.2.).

18.02.2017 | 18:21
Die Richterinnen trafen am Freitagmorgen ein.

Der Countdown zur Veröffentlichung des seit Monaten erwarteten Urteils im Fall Nóos, in dem sich unter anderem die spanische Infantin Cristina auf der Anklagebank verantworten musste, läuft ab: Der Richterspruch soll am Freitag (17.2.) auf Mallorca bekannt gegeben werden - acht Monate, nachdem die öffentliche Verhandlung abgeschlossen worden war. Vor dem Gerichtsgebäude versammelten sich zahlreiche Zeitungs- und TV-Reporter, um live zu berichten. Rund 50 Polizisten sichern das Gerichtsgebäude.

Erwartet wird angesichts der Komplexität des Falls und der großen Zahl der Angeklagten - es sind insgesamt 17 - ein mehrere tausend Seiten langes Urteil. Die drei vorsitzenden Richterinnen entscheiden unter anderem über das Schicksal von Infantin Cristina, ihrem Mann Iñaki Urdangarin, dessen Ex-Geschäftspartner Diego Torres sowie hochrangiger Mitglieder früherer Landesregierungen wie Ex-Premier Jaume Matas.

Staatsanwalt Pedro Horrach forderte für Urdangarin 19,5 Jahre und für seinen ehemaligen Geschäftspartner Diego Torres 16,5 Jahre. Infantin Cristina wird nur von der als Nebenklage auftretenden Vereinigung Manos Limpias beschuldigt; deren Anwältin forderte 8 Jahre Haft für die Königsschwester. Eine Haftstrafe gilt in ihrem Fall als unwahrscheinlich.

Ihnen allen wird vorgeworfen, mit dem formal gemeinnützigen Institut Nóos öffentliche Gelder in die eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Urdangarin und Diego Torres verdienten bis 2008 mit der Ausrichtung obskurer und überteuerter Tagungen – auf Mallorca etwa zum Thema Sport und Tourismus – etliche Millionen Euro, die dann in einem Firmengeflecht verschwanden. Aus den Einkünften wurden auch private Ausgaben der Familie von Infantin Cristina bestritten.

Fall Nóos: die Hintergründe

Mit Ausnahme von Urdangarin und Torres, für die wegen der mutmaßlichen Veruntreuung von Steuergeldern und weiterer Delikte rund um Geschäfte des angeblich gemeinnützigen Instituto Nóos mit politischen Institutionen lange Haftstrafen gefordert werden, hatten mehrere Angeklagte Teilgeständnisse abgelegt und zwecks Strafmilderung Deals mit der Staatsanwaltschaft abgeschlossen. /ff

auf Twitter teilen
auf Facebook teilen

Lokales

Streikende Taxifahrer an der Playa de Palma am vergangenen Mittwoch (15.2.).
Wann die Taxifahrer auf Mallorca streiken wollen

Wann die Taxifahrer auf Mallorca streiken wollen

Weitere Proteste gegen die Einrichtung von Linienbussen in die Urlauberorte angekündigt. Ausstände...

Bauträger muss Reihenhaus in ses Olleries abreißen

Bauträger muss Reihenhaus in ses Olleries abreißen

Ein Gericht hatte den Bau für illegal erklärt

Und da waren es 17: Discounter Lidl eröffnet weitere Mallorca-Filiale

Und da waren es 17: Discounter Lidl eröffnet weitere Mallorca-Filiale

Die Niederlassung wurde am Mittwoch (22.2.) in Betrieb genommen

Balti for President: "Ich werde mich nicht verkleiden"

Balti for President: "Ich werde mich nicht verkleiden"

Das Balearen-Parlament hat am Dienstag (14.2.) mit absoluter Mehrheit einen neuen Vorsitzenden...

Nelkenfrauen auf Mallorca wegen mutmaßlicher Entführung festgenommen

Nelkenfrauen auf Mallorca wegen mutmaßlicher Entführung festgenommen

Mutter und Tochter sollen eine Seniorin ins Auto gelockt und außerhalb der Stadt ausgeraubt haben

Meer spült rätselhafte Wrackteile bei Sóller an die Küste von Mallorca

Ein zu den Planken passender Schiffbruch wurde nicht gemeldet

Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |