So sieht es im Inneren von Palmas Gesa-Gebäude aus

Die MZ und eine Gruppe Leser haben sich vor Ort überzeugt, wie die Restaurierungsarbeiten in dem verlassenen Bauwerk in Palma ablaufen

03.03.2017 | 13:57
Fotogalerie: Alte, lange vergessene und halb kaputte Dinge haben ihre eigene reizvolle Ästhetik.

Das seit Jahren verlassene Gesa-Gebäude in bester Lage nervt so manchen in Palma. Aber kaum einen so sehr wie Bernat. Der Angestellte der Stadt ist dafür zuständig, den seit 2008 leer stehenden ehemaligen Sitz des Energieversorgers Gesa-Endesa vor Vandalismus zu schützen. Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel. Immer wieder brechen Obdachlose oder Graffitisprayer die Schlösser an den Eingängen auf. „Am Wochenende hat jemand das neu angeschaffte Alarmsystem lahmgelegt", sagt Bernat. „Ich habe es wirklich satt."

Eine Gruppe von MZ-Lesern kommt dagegen in friedlicher Absicht. Der Leiter der Stadtbau-Abteilung im Rathaus von Palma, Joan Riera, führt die zehnköpfige Gruppe durch das Gebäude, das Anfang der 70er-Jahre Architekt Josep Ferragut entworfen hatte. Obwohl ein Trupp von Arbeitslosen das Innere seit mehreren Monaten aufräumt und säubert, damit das Gebäude hinterher zu einem Innovations- und Kulturzentrum ausgebaut werden kann, sieht es noch ein wenig chaotisch aus. Im Erdgeschoss türmen sich in mehreren Abstellräumen Hunderte alter Wahlurnen. Dutzende Feuerlöscher stehen auf dem Boden herum. Duster ist es hier unten, die Fenster spenden aufgrund der dunklen Verglasungen, so charakteristisch für die Fassade, kaum Licht.

Joan Riera nimmt die Gruppe mit ins Auditorium – ein stattlicher Saal, der in den 70er-Jahren sicher alle modischen Ansprüche erfüllte. „Hier sollen in Zukunft einmal Konzerte und andere kulturelle Events stattfinden", sagt Riera. Bevor das Gesa-Gebäude in den kommenden Jahren zu einem Treffpunkt für die palmesanos werden kann, müssen allerdings noch die Sitzbezüge erneuert und das Parkett abgeschliffen werden. Der elfstöckige Bau soll zu einer Art „Achse der Kultur" gehören, die die Stadt Palma für das bislang eher vernachlässigte Viertel Nou Llevant vorgesehen hat.

Es geht in den ersten Stock, der im Prinzip baugleich ist mit den weiteren Stockwerken: lang gezogene Großraumbüros mit dunklen Schränken. Teilweise ist der miefige Teppichboden bereits herausgerissen worden. In den unteren Stockwerken sollen einmal Coworking-Büros entstehen. In den oberen plant die Stadt Büroräume, die an kleine und innovative Firmen der Digitalbranche vermietet werden. „Geplant ist, dass später ein Unternehmen die gesamte Organisation des Gebäudes übernimmt", erklärt Riera.

Das detaillierte Projekt will die Stadt spätestens Mitte März vorstellen. Der Bau muss dabei auch aus energetischen Gesichtspunkten auf den neuesten Stand gebracht werden. Zunächst nehmen die Stadtoberen dafür 200.000 Euro in die Hand, die Gesamtsanierung des Gebäudes dürfte zwischen 12 und 14 Millionen Euro kosten. Die Stadt hofft mittelfristig, dass sich das Projekt für das Gebäude selbst trägt.

Lukrativ könnte insbesondere die oberste Etage werden, die einen grandiosen Blick auf die Bucht von Palma, die Stadt und das Tramuntana-Gebirge ermöglicht – idealer Standort für ein Restaurant.

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