Das erwarten die Reiseveranstalter von der Mallorca-Saison 2017

Am Donnerstag (9.3.) sind am Balearen-Stand auf der ITB Berlin Prognosen abgegeben worden: Alltours mit Buchungsplus. Unzufriedenheit bei Tui. Kritik an Mallorca-Preisen bei DER Touristik. Zufriedenheit bei Thomas Cook

09.03.2017 | 17:39
Fotogalerie: Mallorca auf der Tourismusmesse ITB 2017

So wird die Saison auf Mallorca - die Reiseveranstalter haben auf der ITB in Berlin ihre Einschätzungen abgegeben.

Alltours: Buchungsplus trotz Preiserhöhungen 

Der Reiseveranstalter Alltours rechnet in diesem Jahr mit einem Zuwachs von fünf bis zehn Prozent Zuwachs bei den Urlaubern auf Mallorca. Man sei mit den Saisonaussichten sehr zufrieden, so Geschäftsführer Markus Daldrup bei einer Pressekonferenz am Stand der Balearen auf der Tourismusmesse ITB in Berlin am Donnerstag (9.3.).

Die Buchungszahlen für Mallorca lägen derzeit noch leicht unter den Vorjahreswerten, doch das werde sich zum Ende des Jahres noch umkehren. Mallorca sei noch keineswegs ausgebucht, so Daldrup, weder im Juli noch im August. Ein Problem seien zum Teil die starken Preissteigerungen einiger Hotels gewesen. Daldrup: "Die Hotels, die die Preise leicht angehoben haben, werden sehr gut nachgefragt. Andere Häuser aber, die um zehn Prozent teurer wurden, haben Rückgänge zu verzeichnen." 

Die Zahlen für die Nebensaison sind offenbar sehr positiv. Im Winter 2015/16 wurde eine Steigerung von 17 Prozent verzeichnet. Und auch für diesen Winter rechnet Daldrup mit einer weiteren Steigerung. Derzeit befinde man sich bereits auf Vorjahresniveau, aber die Wintersaison bei Alltours geht noch bis Ende April. Und bis dahin stünden noch 22 Vollcharter-Flüge nach Mallorca bereit. Im Geschäftsjahr 2016 hat Alltours auf allen Inseln ein Plus eingefahren.

Tui: "Wir sind nicht zufrieden mit den Buchungszahlen"

"Auf Mallorca wird es in diesem Jahr nicht ganz so eng": Klare Worte von Tui-Produktmanagement-Direktor Stefan Baumert, der mit den Buchungen für den Sommer auf Mallorca nicht zufrieden ist. Und Baumert machte direkt Druck auf die Hoteliers auf der Insel: "Wir müssen jetzt noch mit ihnen zusammenarbeiten, damit der Sommer wieder so gut wird wie im vergangenen Jahr."

Die Tui rechnet allerdings bislang nicht mit einer Wiederholung des Rekordjahres 2016. Man habe das Flugangebot mit Tuifly nach Mallorca im Sommer bereits reduziert. "Wir sind nicht zufrieden mit den Buchungszahlen für Mallorca", sagte Baumert.

Ziele wie die Kanaren, Andalusien, aber auch Ibiza und Menorca seien dagegen sehr gut nachgefragt. Der Grund, so Baumert, liege auf der Hand. Die Preiserhöhungen der Hotels auf Mallorca kombiniert mit dem verbreiteten Wegfall von Frühbucherrabatten und der Anhebung der Preise für Kinder seien ein Problem. "Die Familien buchen in diesem Jahr trotz der Unsicherheiten in Ägypten eher dort als auf Mallorca. Auch Griechenland ist sehr stark gefragt."

Der vergangene Winter sei dagegen gut gelaufen, auch das Jahr 2016 insgesamt habe der Tui ein Buchungsplus gebracht. Und obwohl es zum Teil doch sehr voll gewesen sei, sei die Zufriedenheit der Gäste noch einmal gestiegen, ohne aber Niveaus wie in der Türkei oder Ägypten zu erreichen. Die Tui hatte nach eigenen Angaben ihr Hotelangebot auf den Balearen im vergangenen Jahr um 50 Prozent ausgeweitet.

DER Touristik: "Mallorca ist bei den Preisen nicht mehr wettbewerbsfähig"

Auch der stellvertretende Product Manager von DER Touristik, Jan Frankenberg, fand deutliche Worte: "Mallorca ist bei den Preisen nicht mehr wettbewerbsfähig." Die Preissteigerungen in diesem Jahr ließen Wettbewerber wie die Türkei oder Ägypten erstarken, aber sogar Fernreiseziele seien inzwischen deutlich günstiger zu haben als Mallorca.

Frankenberg rechnete anhand eines Preisbeispiels vor, was er meinte. Eine dreiköpfige Familie mit einem zehnjährigen Kind zahle an der Playa de Muro in den Sommerferien für zwei Wochen All-inclusive in einem Vier-Sterne-Hotel inzwischen 7.500 Euro. Deutlich günstiger komme derselben Familie ein zweiwöchiger Aufenthalt zur selben Zeit in einem Fünf-Sterne-Hotel Punta Cana, wo dasselbe Angebot 5.000 Euro koste. Und sogar ein Vier-Sterne-Plus-Hotel auf den Malediven komme mit 7.000 Euro günstiger.

Griechenland dagegen gehe durch die Decke. DER Touristik verbucht für das Land ein Buchungsplus von 100 Prozent. Dazu komme auf Mallorca das Problem, dass zahlreiche Hotels noch nicht renoviert seien und nicht den aktuellen Anforderungen entsprächen.

Was die Buchungszahlen angeht, ist man allerdings bei DER Touristik sehr zufrieden. Im Geschäftsjahr 2015/16 steht bei dem Unternehmen ein Plus von 18 Prozent bei den Gästen, und auch in diesem Jahr rechnet das Unternehmen mit einem zweistelligen Buchungsplus.

Im Winter, der bei auf Mallorca gut laufe, bestehe das Problem, dass zu wenige Hotels geöffnet seien und das Angebot an Gastronomie oder Veranstaltungen ebenfalls stark reduziert sei. Dennoch habe man die Gästezahlen im laufenden Winter nahezu verdoppelt.

Gerne würde man bei DER Touristik auch noch mehr für das Thema Nachhaltigkeit tun, und hier speziell auf dem Gebiet der Elektromobilität. Doch die ungenügende Versorgung der Insel mit Ladestationen verhindere ein stärkeres Engagement. Die Einnahmen aus der Touristensteuer sollten hier schnell Abhilfe schaffen, so Frankenberg.

Thomas Cook: Zufriedenheit mit Buchungszahlen

Bei Thomas Cook herrscht Zufriedenheit mit den Buchungszahlen auf Mallorca. Hans Müller, Contract Director des Reiseveranstalters, sagte: "Wir profitieren noch von den Problemen anderer Destinationen." Auch die Hotels hätten einen Großteil zur Zufriedenheit beigetragen, weil sie in die Erneuerung der Anlagen investiert haben.

Managing Director Stephanie Berk zeichnete auch für 2017 ein sehr positives Bild der Balearen und speziell von Mallorca. "Die Insel ist mit Abstand das gefragteste Urlaubsziel 2017." Nicht ganz den Erwartungen entspreche allerdings der Monat Mai, hier müsse man noch nach Anreizen für eine Mallorca-Reise suchen.

Auch für Thomas Cook ist die Preiserhöhung der Hoteliers auf Mallorca ein Stolperstein, eine vergleichbare Reise in eine türkische Destination sei in diesem Jahr rund 40 Prozent günstiger. Auch Fernreisen seien preislich interessanter geworden, weshalb die Nachfrage spürbar angestiegen sei. 

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