Gericht verurteilt Nelkenfrauen zu Strafzahlungen

Ursprünglich hatte die Staatsanwaltschaft jeweils ein Jahr Haft beantragt

10.03.2017 | 02:30
Die Verdächtigen bei der Festnahme 2013.

Zwölf Mitglieder einer Nelkenfrauen-Bande auf Mallorca sind am Donnerstag (9.3.) in Palma zur Zahlung von Strafgeldern verurteilt worden. Es handelt sich um elf Frauen und einen Mann, die jeweils 900 Euro aufbringen müssen. Sie hatten während des Prozesses zugegeben, Touristen von 2011 bis 2013 bestohlen und einer kriminellen Vereinigung angehört zu haben.

Mehreren Verurteilten wurde untersagt, den Paseo Marítimo, die Gegend rund um die Kathedrale oder den Hafen von Portitxol aufzusuchen. Die Bande war nicht nur dort aktiv, sondern auch auf der Plaza de la Reina, an der Playa de Palma, in Peguera und in Santa Ponça.

Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich ein Jahr Haft für jeden Angeklagten gefordert. Im Zuge der Geständnisse wurden die Strafforderungen jedoch herabgesetzt.

Als Nelkenfrauen werden umgangssprachlich solche Frauen bezeichnet, die Passanten in spanischen Urlaubsregionen ansprechen und ihnen mit der Bitte um Almosen Blumen oder Rosmarin-Zweige schenken, um anschließend ein Gespräch anzufangen. Den häufig als Gruppe auftretenden Frauen gelingt es dabei oft, den arglosen Touristen die Geldbörse aus der Tasche zu ziehen. Erst im Februar waren in Manacor eine Mutter und ihre Tochter wegen ähnlicher mutmaßlicher Straftaten festgenommen worden. /tg/it

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