Tod eines Häftlings: schwere Vorwürfe gegen Gefängnisverwaltung

Ein im Dezember verstorbener Insasse war trotz Warnungen seiner Zellennachbarn anscheinend nicht ärztlich untersucht worden

16.03.2017 | 12:02
Mehrere Briefe von Häftlingen weisen auf Misshandlungen im Gefängnis hin.

Immer neue Anschuldigungen werfen ein schlechtes Licht auf die Führung des Gefängnisses auf Mallorca. Ein im Dezember in der Zelle verstorbener Häftling war anscheinend trotz schlechten Gesundheitszustands nicht ärztlich untersucht worden. Und das, obwohl sein Zellengenosse mehrfach schriftlich auf den Zustand hingewiesen hatte.

Am 23. Dezember 2016 war ein 32-jähriger Insasse des Männergefängnisses in Palma tot aufgefunden worden. Als Todesursache stellte man lapidar "natürlicher Tod oder Überdosis" fest. Wie nun bekannt wurde, hatte sein Zellengenosse mehrere Briefe geschrieben - an die Gefängnisleitung, den Sicherheitschef und den Rettungsdienst -, um auf den schlechten Gesundheitszustand hinzuweisen. Dennoch war wohl keine ärztliche Untersuchung erfolgt.

Hintergrund: Gewaltvorwürfe - Was ist in Palmas Gefängnis los?

In dem Brief hieß es unter anderem wörtlich: "Der neue Häftling hat mir gesagt, dass er sich diese Nacht das Leben nehmen will. Außerdem bitte ich darum, dass der Häftling von einem Arzt untersucht wird, da er mit Drogen vollgestopft ist und ich glaube, dass es ihm nicht gut geht." Die für die Häftlinge zuständigen Anwälte stellten Strafanzeige wegen unterlassener Hilfeleistung oder grob fahrlässiger Tötung.  /tg

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