Umweltaktivisten präsentieren Mallorca-Karte mit Airbnb-Vermietungen

Boote, Zelte und Höhlen inklusive: Die Organisation Terraferida kritisiert einen unkontrollierten Boom der Ferienvermietung

26.03.2017 | 11:57
Umweltaktivisten präsentieren Mallorca-Karte mit Airbnb-Vermietungen

Auch 37 Boote, 13 Zelte und 3 Höhlen sind im Angebot: Die Umweltschutzorganisation Terraferida hat Daten der Vermietungsplattform Airbnb für Mallorca ausgewertet und als interaktive Karte aufbereitet. Zum Stichtag 6. Januar 2016 und auf Basis von Big Data-Informationen der Website insideairbnb.com ergäben sich für Mallorca insgesamt knapp 80.000 Gästebetten in privaten Unterkünften.

Es sei höchste Zeit, dass die Landesregierung das Angebot effektiv kontrolliere und mit Sanktionen gegen illegale Angebote vorgehe, forderte Sprecher Jaume Adrover bei einer Pressekonferenz am Samstag (25.3.) in Palma. Die Aufarbeitung der Daten durch Aktivisten habe gezeigt, dass die öffentliche Verwaltung durchaus Handlungsspielraum habe, wenn denn der polische Wille gegeben sei.

Ermittelt wurden insgesamt 11.271 Unterkünfte mit einer Kapazität für 60.323 Gästebetten, die um weitere 18.220 Plätze erweitert werden könnten. Für das Jahr 2015 ergäben sich aufgrund der Analyse 550.283 Aufenthalte. "Am meisten überrascht hat uns, dass keine der Unterkünfte angibt, über eine Lizenz zur Ferienvermietung zu verfügen", so Adrover. Hintergrund ist das balearische Tourismusgesetz, das die Vermarktung von Touristenunterkünften nur für freistehende Häuser und Reihenhäuser nach vorheriger Genehmigung erlaubt, nicht aber für Apartments.

Die Daten wurden in der Karte nicht nur geografisch, sondern auch nach Art der Unterkunft aufbereitet. Es ergaben sich 20 Typologien, darunter auch elf Wohnwagen, neun Schlösser, 37 Boote, 13 Zelte, drei Höhlen, eine Baracke oder ein Baumhaus. Gestoßen sei man auch auf ein Iglu-Zelt im Bellver-Park - also öffentliches Gelände, das nicht einmal als Zeltplatz deklariert ist.

Terraferida kritisiert, dass der Homesharing-Boom unter anderem bei Airbnb eine unkontrollierte Spekulation begünstige. So seien 632 Unterkünfte auf einen einzigen Vermieter eingetragen. Und 17 Prozent des Angebots seien in den Händen von 20 Eigentümern. Zudem würden die Preise für Langzeitvermietung in die Höhe getrieben und der Gentrifizierung Vorschub geleistet - Vorwürfe, die bei etwa bei Airbnb stets zurückgewiesen werden

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