Höhlentaucher-Rettung: "Xisco lebt, weil er die richtige Entscheidung getroffen hat"

Die Verantwortlichen der Aktion ziehen zwei Tage nach dem glücklichen Ausgang Resüme

19.04.2017 | 13:49
Höhlentaucher-Rettung: "Xisco lebt, weil er die richtige Entscheidung getroffen hat"

Mehr als 60 Einsatzkräfte sind an der Rettung des bei der Cala Romántica im Osten von Mallorca verschollenen Höhlentauchers Xisco Gràcia beteiligt gewesen. Am Mittwoch (19. 4) - zwei Tage nach dem erfolgreichen Abschluss der Operation - haben die Verantwortlichen bei einer Pressekonferenz Resüme gezogen. "Es war wohl die komplizierteste Höhlenrettungsaktion, die es in Spanien je zu bewältigen gab", so Enrique Ballesteros, Koordinator der Taucher-Sondereinheit der Guardia Civil. Und: "Xisos Entscheidung, in der Höhle zu bleiben und seinen Kollegen Hilfe holen zu lassen, war richtig. Sonst wäre er heute nicht mehr bei uns."

Am schwierigsten sei es gewesen, das Chaos zu managen, das in den ersten Momenten herrschte, nachdem Gràcias Tauchkollege Guillem Mascaró den Notruf abgesetzt hatte, so Einsatzleiter Joan Pol. "Es handelte sich bei Xisco nicht um einen unerfahrenen Taucher, der sich in zufällig in einer Grotte verirrt hatte. Das Höhlensystem um Sa Piqueta ist sehr schwer zugänglich, unübersichtlich und nur zu Teilen erforscht. Diejenigen, die sich dort am besten auskennen, sind Gràcia selbst und seine Kollegen, und sie alle waren emotional sehr mitgenommen."

Einer der schwersten Entschlüsse sei es gewesen, die Rettungsaktion am Sonntag zu unterbrechen. "Das Wasser war einfach zu trüb. Man konnte gar nichts sehen. Wir hätten weitere Leben aufs Spiel gesetzt und Xisco doch nicht helfen können, wenn wir es zu dem Zeitpunkt weiter versucht hätten", so Ballesteros. "Wir haben etwa 15 Stunden lang gewartet, bis das Wasser etwas aufklart. Und wir hatten Glück, dass es so schnell ging, es hätte auch eine Woche dauern können. Das war hart, aber die beste Entscheidung."

Nie sei man davon ausgegangen, dass Xisco Gràcia hätte tot sein können. "Den Beschreibungen seines Kollegen nach war er in gutem Zustand, und auf dieser Grundlage haben wir die Rettungsaktion auch geplant", so Pol. Dass der verunglückte Höhlentaucher letztlich zwar mit Hilfe, aber aus eigener Kraft aus der Höhle gelangen konnte, liege vor allem an Gràcia selbst. "Er war erfahren und psychisch stark. Das hat am Ende vieles erleichtert."  /somo

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