"Klimaschutz ist keine politische, sondern eine moralische Frage"

Anote Tong, Ex-Präsident des vom Klimawandel bedrohten Inselstaats Kirbati, sprach am Freitag (21.4.) auf dem Smart Island Congress in Magaluf

17.05.2017 | 10:22
Anote Tong auf Mallorca.

"Klimawandel ist kein politisches Thema und verschwindet nicht, wenn die Regierung wechselt." Der Satz kommt von einem Politiker, für dessen Land der prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels existenzbedrohend ist. Anote Tong, früherer Präsident des pazifischen Inselstaats Kirbati, war einer der Gastredner auf dem Smart Island World Congress am Freitag (21.4.) in Magaluf im Südwesten von Mallorca.

Da Kirbati nur zwei Meter über dem Meeresspiegel liege, stehe sein Volk vor der Wahl, entweder aufzugeben und auzuwandern oder aber ein kaum finanzierbares Ingenieursprojekt etwa zur Landaufschüttung in Auftrag zu geben. Er verstehe nicht, wie sich andere Länder wegen einer befürchteten Verringerung des Wirtschaftswachstums gegen Auflagen für den Klimaschutz aussprechen könnten, wenn gleichzeitig die Existenz anderer Länder bedroht sei. "Das ist keine politische, sondern eine moralische Frage."

Im Gegensatz zu anderen Ländern könnten sich die Bewohner von Kirbati nicht ins Inselinnere zurückziehen, sein Land habe keine Anhöhen. "Als ich im Anflug auf Mallorca war und die Berge sah, dachte ich: Das ist keine Insel, sondern ein Kontinent", so Tong. Aber letztendlich seien alle Inseln angesichts des Klimawandels in einer prekären Situation.

Auf dem Kongress warb Tong für Solidarität sowie Ideen, wie sein Land die Herausforderungen meistern könne. "Es gibt keine lokale, sondern nur eine globale Lösung. Wir alle sind Teil des Problems und der Lösung." Kirbati wolle nicht um Almosen bitten, sondern etwa mit den Einnahmen aus dem Fischfang - der Inselstaat verfüge über reiche Fanggründe - die Lösun selbst mitfinanzieren.

Zu dem Kongress fanden sich erstmals rund 80 internationale Experten und 1.500 Teilnehmer ein, um Erfahrungen von Insel-Destinationen auszutauschen. Unter den Rednern waren auch Ex-Spanien-Premier José Luis Rodríguez Zapatero sowie Politiker aus Lateinamerika. Die Teilnehmer beschäftigten sich auch mit Kommunikation und Anbindung sowie sozialer und wirtschaftlicher Entwicklung, etwa der Schwierigkeit, Talente zu halten oder anzuziehen.   /ff

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