"Das Rennen ist noch nicht gelaufen!" So wählten die Franzosen auf der Insel

Großer Andrang vor der Wahlurne in Palma. Der Deutsch-Franzose Olaf Bachmann ist nach dem ersten Wahlgang "vorsichtig optimistisch"

01.05.2017 | 12:44
Olaf Bachmann unterstützt Emmanuel Macron.

Das Interesse der auf Mallorca lebenden Franzosen an der Präsidentschaftswahl im Heimatland ist ungewöhnlich hoch. Vor der im Lycée Français in Palma eingerichteten Wahlurne standen die Wähler am Sonntag (23.4.) oft eine gute halbe Stunde an, um ihre Stimme im ersten Wahlgang abzugeben.

"Als ich ankam, um meine Stimme abzugeben, standen etwa 250 Leute in der Schlange, und als ich gegangen bin, waren es wieder etwa 250 Leute", erklärt der auf Mallorca lebende Deutsch-Franzose Olaf Bachmann gegenüber der MZ.

Die offiziellen Zahlen über die Wahlbeteiligung der auf der Insel lebenden Franzosen, rund 12.000, sei zwar noch nicht bekannt, aber der Andrang war aus mehreren Gründen deutlich höher, als bei den Wahlgängen der Vergangenheit. Zum einen profitieren die in Spanien lebenden Franzosen von den Vorteilen der EU. Einen Austritt Frankreichs aus der EU - wie ihn Le Pen im Wahlkampf ankündigte - wollten sie überwiegend verhindern.

Außerdem stehen im Juni auch die französischen Parlamentswahlen an, sodass es sich für viele Residenten doppelt lohnte, sich ins Wahlregister einzutragen. "Die von den Auslandsfranzosen gewählten Parlamentsvertreter werden erstmals auch Stimmrecht haben", erklärt Bachmann als weiteren Faktor dafür, dass das Wahlinteresse auch auf Mallorca gestiegen sei.

Bachmanns Initiative Mallorca en marche (in etwa: Mallorca auf dem Weg) will nun weiter für Emmanuel Macron mobilisieren, damit sich dieser auch im zweiten Wahlgang gegen die Rechtspopulistin Marine Le Pen durchsetzt. Die Chancen dafür schätzt der Dozent "vorsichtig optimistisch" ein. Der zweite Abstimmung am 7. Mai werde wohl "etwa 60 Prozent zu 40 Prozent" zugunsten Macrons ausgehen.

Dafür dürfe man sich aber nun nicht zurücklehnen: "Das Rennen ist noch nicht gelaufen", mahnt er. Schließlich habe man beim Referendum zum Brexit gelernt, dass Wahlen auch zu Ergebnissen führen können, die keiner richtig gewollt hat. /tg

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