Freie Sicht am Es Trenc: Chiringuitos in zwei Tagen abgerissen

Jetzt kommen neue Strandbuden. Am 1. Juni soll alles fertig sein

25.05.2017 | 15:12
Freie Sicht am Es Trenc: Chiringuitos in zwei Tagen abgerissen

Wenn es ums liebe Geld geht, können Vorgänge auf Mallorca auch richtig schnell über die Bühne gehen. In nur zwei Tagen haben 40 Arbeiter der Firma Aglomerados Felanitx SL auf dem sechs Kilometer langen Paradiesstrand Es Trenc vollendete Tatsachen geschaffen: Sie machten die sechs Chiringuitos, die dort seit dem Jahr 1991 gestanden hatten, zur Verwunderung vieler Badegäste ausgerechnet kurz vor Saisonbeginn dem Erdboden gleich. Tagsüber wurden Fenster und Türen der Zementbauten entfernt, nachts kamen die Abrissbagger zum Zug. Am Ende blieben 748 Tonnen Schutt übrig. Die Aktion erinnert an den Abriss der illegalen Feriensiedlung in ses Covetes im April 2013 – die freilich etwas länger dauerte.

Die zuständige Gemeinde Campos kam auf dem weißen Strand mit Karibikflair einem Urteil des höchsten spanischen Gerichts zum Küstengesetz nach. Dieses hatte einen Paragrafen aus dem Jahr 2014, der eine Bestandsgarantie für die alten Chiringuitos darstellte, gekippt. Der Richterspruch besagt, dass an Naturstränden wie Es Trenc nur noch Strandbuden legal sind, die maximal 20 Quadratmeter Fläche nebst 50 Quadratmeter Terrasse umfassen. Jeder der alten Chiringuitos war aber 150 Quadratmeter groß. Außerdem müssen die Buden nach dem Ende jeder Urlaubssaison abgebaut werden können, was bei Zementbauten selbstredend nicht möglich ist.

Die Ausschreibung der Konzessionen für die neuen Chriringuitos aus Holz hatte die Gemeinde bereits zuvor eingeleitet. Die Konzessionen gibt es dieses Jahr für zusammen 889.000 Euro, 300.000 weniger als im vergangenen Jahr – die Strandbuden sind schließlich kleiner. Die neuen Betreiber müssen wieder dafür Sorge tragen, dass Rettungsschwimmer Dienst tun sowie Liegen und Schirme aufstellen. Und in diesem Jahr müssen sie auch die Hütten aufstellen lassen – allerdings nicht dort, wo die alten standen. Denn vorgegeben wurde eine Entfernung von mindestens sechs Metern zur Strandflora. Da die Betreiber auch für Strom- und Wasserkosten aufkommen müssen, könnte es ein, dass der ein oder andere Kiosk womöglich gar nicht errichtet wird. Das würde noch weniger Geld für die Gemeinde bedeuten. Campos drückt denn auch weiter aufs Tempo und hofft, dass bereits am 1. Juni die ersten Gäste bewirtet werden können.

Die Sache ist damit noch nicht ausgestanden. Mallorcas Fremdenverkehrsverband hat für Donnerstag (25.5.) zur Pressekonferenz vor Ort geladen. Anlass: Behörden-Entscheidungen, die keine Rücksicht auf das touristische Image Mallorcas nähmen.

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