Pedro Horrach zieht sich aus Cursach-Prozess zurück

Die Anwaltskammer hatte dem bekannten Juristen nahegelegt, nicht als Verteidiger im Fall um den "Discokönig" auf Mallorca aufzutreten

11.06.2017 | 02:30
Pedro Horrach (li.) verteidigt den wegen Korruption angeklagten Politiker Jaime Nadal nicht mehr

Der Jurist Pedro Horrach wird im Prozess um den "Discokönig" Bartolomé Cursach auf Mallorca nicht weiter als Verteidiger auftreten. Das vermeldete am Freitag (9.6.) die spanische Nachrichtenagentur Efe. Damit beherzigt Horrach den Ratschlag der Anwaltskammer auf den Balearen (ICAIB).

"Antikorruptionsanwalt wechselt die Seiten" – diese Nachricht war Ende Mai durch die Inselmedien gegangen und hatte Horrach nicht nur Zuspruch eingebracht. Der Staatsanwalt hatte sich im Korruptionsfall Nóos einen Namen mit der Inhaftierung des früheren Ministerpräsidenten Jaume Matas gemacht. Dass er sich nun im Cursach-Prozess für den mitangeklagten Calvià-Politiker Jaime Nadal einsetzen wollte, war für die Ermittler der Antikorruptionsabteilung der Polizei wie ein Schlag ins Gesicht – zumal Horrach den Prozess gegen Cursach zuvor noch in seiner Rolle als Staatsanwalt ins Rollen gebracht hatte.

Die Anwaltskammer sprach nun von "möglichen Interessenkonflikten" und legte Horrach nah, die Rolle des Verteidigers in dem Fall nicht weiter auszuführen - und dieser stimmte zu. Zumindest so lange, wie nicht geklärt ist, ob sein Seitenwechsel den Prozess unrechtmäßig beeinflussen könne, werde er seine Arbeit niederlegen, so Horrach. /somo

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