Torschlusspanik: Mallorquiner registrieren Tausende von Ferienwohnungen

Ab Juli sollen strengere Regeln in Kraft treten. Viele Bürger nutzen die Chance, ihr Haus noch schnell nach dem alten Gesetz anzumelden

15.06.2017 | 10:30
Viele Insulaner nutzen die noch relativ großzügigen Regeln, um ihr Haus offiziell an Urlauber vermieten zu dürfen.

Viele Mallorquiner nutzen anscheinend die Chance, ihr Haus in letzter Minute als legale Ferienwohnung anzumelden. Seit Ende des Jahres 2016 sind bei den Behörden auf Mallorca Tausende von solchen Anträgen eingegangen und genehmigt worden. Das bestätigen die Zahlen aus dem zuständigen Tourismus-Ministerium in Palma, die am Donnerstag (15.6.) die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" veröffentlicht.

Dabei geht es um Einfamilien- und Reihenhäuser, die noch nach dem alten Gesetz aus dem Jahr 2012 als Ferienhäuser angemeldet werden können. Seit die Landesregierung Ende 2016 den Entwurf für eine deutliche Verschärfung des Gesetzes vorlegte, hat sich die Zahl der eingegangen Anträge vervielfacht. Zwischen 2012 und 2015 lag die Zahl der Anmeldungen noch bei knapp über 1.000 pro Jahr. Seit Mitte 2016 - Ankündigung der Pläne - stieg die Anzahl auf 150 bis 300 pro Monat. Im März 2017 gingen 521 Anträge ein, im April sogar die Rekordzahl von 632 Anträgen.

Da die Reform im Juli verabschiedet werden soll, steigt die Zahl der Bürger, die im letzten Moment eine Wohnung registrieren noch einmal an, vermutet Tourismus-Direktorin Pilar Carbonell: "Wir glauben, dass viele der Anträge der vergangenen Monate als Vorsichtsmaßnahme gestellt wurden, von Bürgern, die in Zukunft mit dem Gedanken spielen Häuser zu vermieten, in denen sie im Moment selber wohnen. Natürlich gibt es auch Fälle, in denen bislang illegal vermietet wurde und man die Tätigkeit nun korrekt anmelden will."

Zur Erinnerung: Bislang ist es nach dem geltenden Gesetz von 2012 nur erlaubt, freistehende oder Reihenhäuser zur Ferienvermietung anzumelden. Die Vermietung von Wohnungen oder einzelnen Zimmern an Urlauber, zum Beispiel über Onlineportale wie Airbnb, bewegen sich in einer rechtlichen Grauzone. Mit dem neuen Gesetz soll dies reguliert werden. Grundsätzlich wird es dann möglich sein, auch Wohnungen zur Kurzzeitvermietung anzumelden. Allerdings soll die Gesamtanzahl begrenzt werden und die Kriterien sind relativ streng. In bereits überlaufenen Orten oder Ortsteilen werden vermutlich keine Ferienwohnungen genehmigt. /tg

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