Die Urlaubsschnappschüsse des Terror-Predigers

Ein Hauch von Afghanistan auf Mallorca: Der Marokkaner Tarik Chadloui wurde als möglicher Kopf einer IS-Propagandazelle in Großritannien festgenommen. Er kündigte für Mallorca eine Epoche des Islams an

30.06.2017 | 09:50
Der Islamisten-Prediger Tarik Chadloui über dem "Krawattenknoten" von Sa Calobra.

Tarik Chadloui (43) soll ein Sympathisant der Terror-Organisation IS sein und mitgeholfen haben, junge Islamisten zu radikalisieren. Festgenommen wurde er am Mittwoch (28.6) in Birmingham (Großbritannien).

Auf Mallorca wurden zwei Verdächtige in Inca , eine Person in Ariany und ein Verdächtiger in Binissalem festgenommen. Sie sollen für den Dschihad geworben haben. Aus Ermittlerkreisen heißt es, dass Tarik Chadloui der Kopf der Gruppe sein soll.

Auf Mallorca hielt er Predigten ab, in denen er sagte, dass auf Mallorca eine Epoche des Islams zurückkehren werde. Er soll seine Reise auf die Balearen dazu genutzt haben, IS-Progaganda verbreitet zu haben. Bei den Verdächtigen aus Mallorca wurden radikale Schriften und Videomaterial gefunden, mit denen junge Menschen davon überzeugt werden sollten, als Kämpfer für den "Islamischen Staat" in Konflikzonen zu ziehen. 

Die Ermittlungen begannen 2015, nachdem eine Reihe von radikalen Videos auf einer Internetseite veröffentlicht wurden, die von der Gruppe stammen sollen. 

Wie die Schwesterzeitung der MZ "Diario de Mallorca" berichtet, hat Tarik Chadloui 2014 Mallorca besucht. Er selbst postete Urlaubsschnappschüsse auf Facebook, zeigte sich zum Beispiel in Sa Calobra. Ihm folgen bei Facebook 30.000 User, 16.000 folgen ihm auf Youtube.

Mittwoch wurde Tarik Chadloui einem britischen Gericht vorgeführt, das über eine mögliche Auslieferung nach Spanien entscheiden soll. Bis 2015 lebte der Marokkaner in Belgien, dann zog er nach England.

Tarik Chadloui vor dem

Sei Anfang 2015 sind in Spanien 223 mutmaßliche Dschihadisten festgenommen worden. Auf Mallorca hatte im April 2016 die Festnahme eines 26-jährigen Marokkaners für Schlagzeilen gesorgt. Auch er soll von Palma aus über das Internet Terroristen angeworben haben.

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