Revoluzzer feiern Geburtstag: 40 Jahre Umweltschutz auf Dragonera

Das Protestcamp zählt als Geburtsstunde des Umweltschutzes auf Mallorca: Am 7.7.77 besetzten junge Linke das Eiland vor Andratx und verhinderten die geplante Zubetonierung

07.07.2017 | 11:12
Rückzugsort für Eidechsen und Symbol des zivilen Ungehorsams: die Insel Dragonera vor Mallorca.

Am 7. Juli gedenken die Insulaner der Geburtsstunde des Umweltschutzes auf Mallorca. Und dieses Jahr ist es ein runder Jahrestag. Vor 40 Jahren, am 7.7.77, besetzte eine Gruppe junger Umweltschützer die Insel Dragonera vor Sant Elm bei Andratx, um die geplante Bebauung zu verhindern. Was in anderen Teilen Europas zu dieser Zeit durchaus normal war, galt in Spanien - nur anderthalb Jahre nach dem Tod des Diktatoren Francisco Franco und drei Wochen nach den ersten freien Parlamentswahlen nach 40 Jahren Militärregime - als ein heldenhafter Akt mit hohem Symbolcharakter.

Auf Dragonera war der Bau von fünf Wohnungskomplexen für bis zu 4.500 Bewohner geplant. Die Besetzung durch eine Handvoll etwa 18-Jähriger Aktivisten der anarchistischen Gruppen "Terra i Llibertad" und "Talaiot Corcat" löste eine Protestbewegung gegen die Zubetonierung der Küsten insgesamt aus. Die Tatsache, dass eine Bürgerinitiative durch ein Protest-Zeltlager auf der Insel schließlich die Bebauung von Dragonera verhindern konnte, verlieh auch der heute wichtigsten Umweltschutzgruppe auf den Balearen, dem Vogelschutzbund Gob, viel Kraft - und ein linkes Image, das bei Teilen der Inselgesellschaft auf Ablehnung stößt.

Die aktuelle Linksregierung im Inselrat Mallorca nimmt das Jubiläum zum Anlass für mehrere Festakte. Eine offizielle Delegation macht einen Ausflug zu jenem Platz, an dem die Jugendlichen Aktivisten damals kampierten. Aus Dank wird an der Stelle eine Ehrenplakette angebracht.

Heute sind sowohl Dragonera als auch die Gewässer rings um die Insel Naturschutz- beziehungsweise Meeresschutzgebiet. Die Bebauung ist verboten, Fischen nur sehr eingeschränkt erlaubt. Ein Besucherzentrum informiert über die geschützten Arten. Die Insel selbst und Teile des gegenüber auf Mallorca liegenden Küstengebiets beherbergen beliebte Ausflugsziele und Wanderrouten. Den Namen Dragonera verdankt die Insel den unzählbar vielen kleinen Eidechsen, die das Eiland bewohnen. Nicht zuletzt, um deren Bestand zu erhalten, führten Umweltschützer auf der Insel in den vergangenen Jahren einen erfolgreichen Kampf gegen die Verbreitung eingeschleppter Ratten auf Dragonera. /tg

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