Mallorca und Katalonien kooperieren bei Exhumierung von Bürgerkriegsopfern

Eine Delegation der katalanischen Landesregierung besuchte am Freitag (21.7.) den Strand von Sa Coma, wo republikanische Soldaten verscharrt sind

21.07.2017 | 18:34
Besuch am Strand von Sa Coma.

Die Regionalregierungen von Katalonien und den Balearen haben beschlossen, bei der womöglichen Öffnung eines Massengrabs aus dem Spanischen Bürgerkrieg (1936-1939) am Strand von Sa Coma an der Ostküste von Mallorca zusammenzuarbeiten. Das gemeinsame Engagement, die Opfer zu identifizieren, sei ein symbolisches Dankeschön an die Menschen, die für Freiheit und Demokratie gekämpft hätten, so die balearische Ministerin für Kultur und Transparenz, Fanny Tur, bei einem Ortstermin am Freitag (21.7.). Von Katalonien war Außenminister Raül Romeva angereist. Er bot der balearischen Landesregierung an, Erkenntnisse zu teilen, die man mit der Identifizierung von Franco-Opfern auf dem Festland gesammelt habe. 

Im Sand von Sa Coma liegen die sterblichen Überreste von Soldaten aus dem Spanischen Bürgerkrieg (1936–1939). Laut Schätzungen starben hier 500 Personen. Kein Gedenkstein markiert den Ort, wo am 16. August 1936 republikanische Kämpfer unter dem Kommando von Kapitän Bayo landeten, um die Insel den Putschisten unter General Franco zu entreißen.

Im Zuge der mit Jahrzehnten Verspätung angelaufenen Vergangenheitsbewältigung auf Mallorca fällt der Blick seit dem vergangenen Jahr auch auf den Traumstrand von Sa Coma. 2016 waren – erstmals mit institutionellem Rückhalt – zunächst 55 Skelette aus einem Massengrab auf dem Friedhof von Porreres exhumiert worden waren. Grundlage ist ein Balearen-Gesetz der Linksregierung: Eine Kommission prüft, welche der 47 auf Mallorca bekannten Gräber, in denen Franco-Opfer anonym verscharrt wurden, geöffnet werden.

Drei befinden sich an den Stränden der gescheiterten Landung der republikanischen Truppen im Sommer 1936. Neben Sa Coma handelt es sich um zwei Strände im nahen Porto Cristo mit noch einmal mehr als 400 vermuteten Todesopfern. Da die Feuchtigkeit den Skeletten zugesetzt haben dürfte und die Opfer nicht von Mallorca stammen, dürfte eine Identifizierung durch den Abgleich der DNA mit Angehörigen so gut wie unmöglich sein.

Die meisten der dort gefallenen Soldaten und Milizionäre stammten aus Katalonien, die Flottille war im Auftrag der damals republiktreuen Regionalregierung aufgebrochen, um zunächst Formentera und Ibiza, dann Mallorca einzunehmen. Die Offensive kam jedoch schnell ins Stocken, und das Franco-Lager bekam Zeit, um mithilfe italienischer Faschisten zum Gegenangriff überzugehen. Anfang September gaben die republikanischen Kräfte auf. Zurückgelassene Verletzte wurden hingerichtet und wohl zum großen Teil neben den Gefallenen direkt am Strand verscharrt.   /ff

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