Mallorca-Prinz muss doch noch vor Gericht

Jürgen zu Hohenlohe und seine Frau Beatriz Delgado sollen Anleger um acht Millionen Euro geprellt haben

02.08.2017 | 10:46
Jürgen zu Hohenlohe und seine Frau Beatriz Delgado im Palma Aquarium bei einer Geburtstagsfeier.

Neue Wendung im Fall von Mallorca-Prinz Jürgen zu Hohenlohe und seiner Frau Beatriz Delgado: Richter Enrique Morell hat die Ermittlungen in dem mutmaßlichen Betrugsfall abgeschlossen und den Prozessbeginn gegen die beiden vor dem balearischen Oberlandesgericht angeordnet.

Im April 2016 hatte die Staatsanwaltschaft in Palma das Verfahren gegen die beiden eingestellt. Es sei keine Straftat nachzuweisen, hieß es damals, der Prinz und seine Frau hätten sich lediglich als Vermittler finanzieller Dienstleistungen betätigt. 31 Einzelkläger, die sich zusammengeschlossen hatten, legten jedoch Widerspruch ein und konnten sich letztlich durchsetzen.

Wie in einem richterlichen Beschluss vom 26. Juli zu lesen ist, hat der Richter Hohenlohe zehn Tage Zeit gegeben, um eine Kaution von 10,4 Millionen Euro zu zahlen, um für die erwarteten Schadenersatzforderungen und Entschädigungen aufzukommen. Andernfalls werden die Besitztümer des Paares beschlagnahmt. Vorgeworfen wird den beiden ein ganzer Katalog von Straftaten, von Betrugsdelikten über strafbare Insolvenz bis hin zu Dokumentenfälschung und Gründung einer illegalen Vereinigung. Hohenlohe sagte der MZ noch am Dienstag (1.8.): "Wir haben bis zum heutigen Tag keine Aufforderung bekommen, dass wir in zehn Tagen 10 Millionen Euro Kaution zahlen sollen." Die Kaution sei bereits 2012 hinterlegt worden, seine Besitztümer seien bereits beschlagnahmt. Er dürfe sie zwar nutzen, aber nicht verkaufen.

Mit Hilfe eines Schneeballsystems sollen die beiden Anleger um rund acht Millionen Euro geprellt haben.

Hohenlohe erklärte der MZ, dass für ihn die Sache vom Tisch sei. Er rechne damit, dass die "Sache nichts bringen" wird, weil er eine Absolution vom Staatsanwalt bekommen habe. "Darin wurde festgestellt, dass wir absolut korrekt in unserer Arbeitsweise gehandelt haben", erklärte er. "Selbst wenn es zu einem Prozess kommen würde, sehen wir die Angelegenheit sehr gelassen", stellt Hohenlohe fest.

Der Österreicher und die Spanierin, die als Geschäftsführerin der Firma fungierte, waren im März 2012 im Rahmen der „Operation Boa" auf Mallorca festgenommen worden und saßen anschließend rund neun Monate in Untersuchungshaft. Danach kam das Paar gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von insgesamt 70.000 Euro wieder auf freien Fuß.

Inzwischen leitet Hohenlohe die Hilfsorganisation "World Aid Organization for Human Rights", bei der er nach eigenen Angaben Geld für Sozialprojekte sammelt. /jk

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