Müllberge und Zuständigkeitswirrwarr im Torrent de Pareis auf Mallorca

Keine Lösung im Zuständigkeitswirrwarr in Sicht. Bürgermeister legt sich mit Freiwilligen an, die die Schlucht säubern wollen

01.08.2017 | 13:47
So sah es im Torrent de Pareis am Samstag (29.7.) aus. Freiwillige wollten hier aufräumen.

Müll, wohin man schaut im Torrent de Pareis im Nordwesten von Mallorca: Das Kräftemessen zwischen der Tramuntana-Gemeinde Escorca und der Balearen-Regierung dauert an – und die Schlucht verdreckt zusehends. Der Abfall am Rand des schmalen Gehwegs stapelt sich beinahe mannshoch, doch eine Lösung im Konflikt um die Zuständigkeit der Müllentsorgung zeichnet sich nicht ab. Im Gegenteil: Die Fronten verhärten sich immer weiter.

Am Samstag (29.7.) rückte Bürgermeister Antoni Solivellas (konservative Volkspartei PP) persönlich mit zwei Polizisten in der Schlucht an. Er sei informiert worden, dass zwei Freiwillige den Müll in der Schlucht einsammelten und in gemeindeeigenen Müllcontainern entsorgten. Die beiden Mitarbeiter des Umweltministeriums hatten auf eigene Faust gehandelt. Solivellas und die Polizisten machten den beiden klar, dass sie auf keinen Fall die Abfallbehälter der Gemeinde nutzen dürften. Sonst setze es Strafen.

Bis Ende 2016 bestand nämlich ein Abkommen zwischen Gemeinde und Umweltministerium. Das Ministerium zahlte im Jahr 62.000 Euro an die Gemeinde, die im Gegenzug den Abtransport des Mülls aus dem Torrent de Pareis in Zusammenarbeit mit der Umweltbehörde Ibanat organisierte. Die Vereinbarung lief im Dezember aus, die Landesregierung stoppte die Zahlung und erklärte Ibanat allein verantwortlich für die Müllbeseitigung. Ibanat entfernte die Mülleimer aus der Schlucht und setzte darauf, dass die Urlauber ihre Abfälle mit nach Hause nahmen.  Die Gemeinde ihrerseits entfernte kurz darauf die Recycling-Container vor dem Eingang in die Tunnel, nachdem diese vermehrt von Touristen benutzt wurden.

Touristenansturm und Müllberge in Sa Calobra:

Solivellas übergab am Freitag (28.7.) außerdem ein Dossier mit zahlreichen Fotos der Unesco, um den Zustand der Schlucht anzuzeigen. Schließlich ist die Serra de Tramuntana Welterbe der Menschheit. In dem Schriftstück beschuldigt Solivellas direkt die Regierung, für die „Bedrohung" der Umwelt verantwortlich zu sein.  /jk

auf Twitter teilen
auf Facebook teilen

Lokales

Manipulation oder politische Bildung an den Schulen auf Mallorca?

Manipulation oder politische Bildung an den Schulen auf Mallorca?

Auf der Insel tobt eine Debatte um vermeintliche separatistische Indoktrinierung an den...

Hoteles Globales: das Lebenswerk eines Patriarchen

Hoteles Globales: das Lebenswerk eines Patriarchen

Auf rund 10.000 Betten kommt Hoteles Globales weltweit. Die meisten Häuser besitzt die Gruppe...

Sprachenstreit: Taxifahrer will kein Katalanisch hören

Sprachenstreit: Taxifahrer will kein Katalanisch hören

Eine Passagierin behauptet, sie sei aufgrund ihrer Sprache in Palma aus dem Taxi geworfen worden

Beifahrer bei schwerem Autounfall in Palma lebensgefährlich verletzt

Eine betrunkene Frau verlor die Kontrolle über ihren Pkw und raste mit etwa 100 Stundenkilometern...

Mallorca-Wetter lädt zum Sonne-Tanken im Freien ein

Mallorca-Wetter lädt zum Sonne-Tanken im Freien ein

Trockene 20 Grad bei blauem Himmel versüßen der Insel das Wochenende

Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |