Ferienvermietung auf Mallorca: Frist für Portale, Inspektionen, Anzeigen

So will das balearische Tourismusministerium die neuen Regeln anwenden

12.08.2017 | 07:44
Ferienvermietung auf Mallorca: Frist für Portale, Inspektionen, Anzeigen

Die balearische Landesregierung hat nach der Verabschiedung des neuen Regelwerks zur Ferienvermietung auf Mallorca ein hartes Vorgehen gegen illegale Anbieter angekündigt. Geplant ist laut dem balearischen Tourismusministerium, ab Dienstag (8.8.) verschärft zu kontrollieren, das Anzeigen von Verstößen zu erleichtern sowie auch den großen Portalen wie Airbnb auf die Finger zu klopfen, wie es in einer Pressemitteilung heißt. Prinzipiell sieht das Regelwerk zwar in Zukunft auch die Zulassung von Apartments zur Ferienvermietung vor. Doch Lizenzen sollen erst nach Ablauf eines Moratoriums gewährt werden.

Verschärfte Inspektionen

Das neue Regelwerk erleichtert den Inspektoren die Arbeit. So muss der Besitzer eines Apartments im Fall von einer Mietdauer von weniger als 30 Tagen nachweisen, dass es sich bei seinen Gästen nicht um Urlauber handelt. Die Vermietung von Apartments an Touristen ist bislang nicht erlaubt. Im Fall von Ferienhäusern muss eine Lizenz des Tourismusministeriums vorliegen.

Besitzer von Apartments, die diese an Urlauber vermieten, müssen laut Landesregierung mit Geldbußen zwischen 20.000 und 40.000 Euro rechnen.

Die Zahl von derzeit 15 Inspektoren im Tourismusministerium werde in den kommenden Monaten um 5 weitere aufgestockt, heißt es. Hinzu kämen zudem drei weitere Angestellte zur Bearbeiten der Strafbescheide.

Vermittlungsportale im Visier

Den großen Portalen wie Airbnb oder HomeAway, die bislang in der gesetzlichen Grauzone agieren, wurde nun eine Frist von rund zwei Wochen gesetzt, um ihr Angebot an das neue Regelwerk anzupassen. 30 Portale seien angeschrieben worden. Die Warnung: Die Vermietung von Apartments an Urlauber ist nicht erlaubt, offeriert werden dürfen nur Ferienhäuser - Fincas, Doppelhaushälften, Dorfhäuser - mit einer Lizenz des balearischen Tourismusministeriums. Im Fall von Verstößen drohten Geldbußen zwischen 40.000 und 400.000 Euro, heißt es.

Man schicke den Portalen auch Screenshots ihrer Seiten mit nicht zulässigen Angeboten. Erste Betreiber hätten inzwischen Gesprächsbereitschaft gezeigt. In anderen Regionen hätten sich die Portale ebenfalls angepasst, heißt es.

Auch Immobilienportale werden in die Pflicht genommen. Nach Inspektionen in den vergangenen Monaten hätten diese aber inzwischen reagiert und zahlreiche Apartments aus dem Angebot zur Ferienvermietung genommen.

Leichter illegale Vermieter anzeigen

Um beispielsweise genervten Nachbarn Anzeigen zu erleichtern, wurde eine E-Mail eingerichtet, sie lautet bustiainspeccioturisme@dgoturis.caib.es. Anonyme Anzeigen seien jedoch nicht zulässig. Geplant sind außerdem ein Online-Formular sowie auch eine App, mit der sich die Legalität von Ferienwohnungen überprüfen lasse.

Buchen & Shoppen: Ferienhäuser auf Mallorca

Mit der Veröffentlichung des geänderten balearischen Tourismusgesetzes im balearischen Gesetzblatt (BOIB) ist am Dienstag (1.8.) außerdem das angekündigte Moratorium für neue Lizenzen zur Ferienvermietung in Kraft getreten. Der Inselrat auf Mallorca und die Gemeinden haben nun bis zu einem Jahr Zeit, um zu entscheiden, in welchen Zonen überhaupt Wohnungen an Urlauber vermietet werden dürfen. Der Inselrat hat bereits angekündigt, sechs Gebiete auszuschließen.  /ff

E-Paper: Antworten auf die wichtigsten Fragen zum neuen Regelwerk

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