Palma muss Familien der Barackensiedlung Son Banya umsiedeln

Stadtverwaltung will bei der Justiz Fristverlängerung erreichen

11.08.2017 | 14:19
Fotogalerie: Son Banya - ein Streifzug durch Mallorcas Drogendorf

Die Stadt Palma de Mallorca muss einen Teil der Bevölkerung der Barackensiedlung Son Banya umsiedeln. Hintergrund ist ein Gerichtsurteil, das für die Räumung und den Abriss eine Frist bis zum 5. Oktober dieses Jahres setzt.

Vom Räumungsbescheid betroffen seien 45 Familien, wobei für 15 von ihnen eine neue Bleibe gesucht werden müsse, erklärte Sozialdezernentin Mercè Borràs auf einer Pressekonferenz am Freitag (11.8.). Das Konzept zur Umsiedlung der Familien in Son Banya sei auf drei Jahre angelegt. Man werde die Justiz bitten, Aufschub bis zum ersten Quartal 2018 einzuräumen.

Das Urteil geht zurück auf Klagen der Stadtverwaltung aus den Jahren 2011 und 2012. Son Banya bereitet der Stadtverwaltung seit Jahren Kopfzerbrechen. Die rund 120 Hütten umfassende Siedlung in unmittelbarer Nähe des Flughafens war wurde 1969 errichtet worden, um die gitanos, die damals an der Playa de Palma hausten, aus dem Sichtfeld der ersten Mallorca-Touristen zu verbannen. Was als Zwischenlösung für ein paar Monate gedacht war, bis man eine andere Bleibe für die Familien gefunden hatte, wurde zum Dauerzustand für aktuell mindestens tausend Bewohner. Bereits die frühere Linksregierung (2007-2011) hatte erfolglos versucht, den Schandfleck Son Banya von der Landkarte zu löschen.

Man werde nun die Familien in allen Vierteln von Palma mit Ausnahme der bestehenden sozialen Brennpunkte Son Gotleu, La Soledad, Llevant, Verge del Lluc und Son Ximelis verteilen, so Dezernentin Borràs.

Hintergrund: Son Banya: Gefangen im Schattendasein

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