Schwarzes Schaf für schwarzen Bürgermeister

Rassistischer Vorfall in Alaró: Unbekannte haben ein Lamm in den Innenhof von Guillem Balboa geworfen. Das Tier verendete jämmerlich

12.09.2017 | 09:50
Bürgermeister Guillem Balboa führt in Alaró eine Linksregierung an.

Rassistischer Übergriff oder nur ein extrem geschmackloser Schabernack? Die Hintergründe eines makabren Vorfalls auf dem Grundstück des ersten schwarzen Bürgermeisters auf Mallorca - Guillem Balboa aus Alaró - sind noch völlig unklar. Anscheinend haben Unbekannte ein schwarzes Lamm in den Innenhof des Hauses von Balboa geschleudert, wo es jämmerlich verendete. Der Bürgermeister fand den Kadaver bei der Rückkehr eines Kurzurlaubs in verwestem Zustand und zeigte den Fall bei der Polizei an, wie die MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" am Dienstag (12.9.) berichtet.

Der Vorfall spielte sich nach dem Dorffest des Ortes Alaró ab. Balboa hatte sich nach den Feiern einen Kurzurlaub mit seiner Frau gegönnt. Als er nachts zurückkehrte, nahm er einen starken Gestank wahr und untersuchte das Haus. Schließlich bemerkte das Paar, dass der Geruch aus dem Innenhof kam, wo sie den verwesenden Kadaver eines schwarzen Lamms entdeckten. Das Tier war anscheinend durch eine schwere Kopfverletzung gestorben. Die Ermittler gehen davon aus, dass das Tier in lebendigem Zustand in den Innenhof geworfen wurde und dort qualvoll verendete.

Der Bürgermeister wollte den Vorfall zunächst ignorieren, um den Tätern so wenig Aufmerksamkeit wie möglich zu schenken, "damit die Verantwortlichen sich nicht wichtig fühlen", wie er erklärte. Schließlich entschied er sich doch, die Tat bei der Guardia Civil anzuzeigen.

Hintergrund: Erster schwarzer Bürgermeister auf Mallorca tritt sein Amt an

"Wenn es ein Scherz ist, empfinde ich ihn als barbarisch. Nicht weil er sich gegen mich richtet, sondern wegen der Misshandlung des armen Tieres. Wenn es sich um eine politische Kritik handelt, habe ich kein Verständnis dafür, weil jeder ins Rathaus kommen kann, um mir zu sagen, was er denkt", sagte Balboa, der als Vierjähriger mit seiner Familie aus Äquatorialguinea nach Mallorca zog.

 "Ich habe den Vorfall als Botschaft der Ablehnung aufgenommen, aber das ermuntert mich nur dazu, mich mit noch mehr Engagement für mein Dorf einzusetzen", fügte er hinzu. /tg

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