Protestwelle auf Mallorca gegen Festnahmen in Katalonien

An Kundgebungen am Mittwochabend (20.9.) auf dem Rathausplatz und an weiteren Orten auf der Insel nahmen auch Vertreter der balearischen Landesregierung teil und zeigten ihre Solidarität mit den katalanischen Separatisten

22.09.2017 | 19:13
Protestwelle auf Mallorca gegen Festnahmen in Katalonien

Mehrere hundert Personen haben am Mittwochabend auf dem Rathausplatz von Palma de Mallorca Solidarität mit den Separatisten in Katalonien gezeigt, gegen die derzeit die spanische Zentralregierung vorgeht. Bei der Kundgebung wurden Rufe nach "Unabhängigkeit" laut, von Mallorca aus unterstütze man den Prozess der Loslösung von Spanien, hieß es in Sprechchören. Dazu wurden Transparente mit dem Wort "sí", also "Ja" zur Unabhängigkeit hochgehalten.

Die von zahlreichen Polizisten bewachte Demonstration lief friedlich ab. Weitere Kundgebungen fanden in weiteren Orten statt, so in Manacor, Inca oder Felanitx, aber auch in kleineren Ortschaften.

Zuvor hatten sich bereits zahlreiche Bürger und Politiker zu einem Protestakt im Kulturzentrum Espai Can Alcover in Palma de Mallorca eingefunden, zu der die Initiative Avançam aufgerufen hatte. Verlesen wurde ein Manifest, in dem dem katalanischen Volk Stärke und Einheit "auf dem Weg zur Unabhängigkeit" gewünscht wurden. Der zivile Ungehorsam sei der einzige Weg, um Widerstand gegen Madrid zu leisten, hieß es. Auf dem Weg zu mehr Selbstbestimmung gegenüber der Zentralregierung könnten die Katalanien die Balearen-Bewohner an ihrer Seite wissen. 

Flagge zeigten bei der Kundgebung auch mehrere Politiker der linksregionalen Regierungspartei Més, so Vizepräsident Biel Barceló, Sozialministerin Fina Santiago, Bildungsministerin Fanny Tur oder der Més-Sprecher David Abril. 

Im Konflikt um das geplante Unabhängigkeitsreferendum in Katalonien hatte die Guardia Civil am Mittwochvormittag (20.9.) mehrere Amtsträger der Regionalregierung festgenommen. Die Zeitung "El País" berichtet von 14 Personen, die wegen der Vorbereitung des als illegal eingestuften Referendums am 1. Oktober in Gewahrsam genommen worden seien. Ermittelt wird unter anderem wegen Veruntreuung und Amtsmissbrauch. Die Zahl der Hausdurchsuchungen wird mit 22 beziffert.

Auch die Landesregierung auf Mallorca bezog Stellung. Mit den Festnahmen sei eine "rote Linie überschritten" worden, so die balearische Ministerpräsidentin Francina Armengol. Sie forderte Dialog von der Zentralregierung wie auch der katalanischen Regionalregierung ein, um die Eskalation zu beenden. "Ein politischer Konflikt braucht eine politische Lösung, nicht nur eine gerichtliche", so die Sozialistin. Die Regionalpartei Més per Mallorca, die zusammen mit den Sozialisten regiert, sprach unterdessen von einem "Putsch" der Guardia Civil hinsichtlich der Festnahmen in Katalonien.   /ff

Hintergrund: Lesen Sie hier, wie es Mallorca mit den Separatisten in Katalonien hält

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