Pro oder Contra? Mallorca demonstriert für und gegen Katalonien-Referendum

Rund 3.500 Menschen sind am Freitagabend (29.9.) in Palma de Mallorca zusammengekommen, um ihre Unterstützung für das geplante Unabhängigkeits-Referendum in Katalonien zum Ausdruck zu bringen. Am Samstagmittag (30.9.) riefen Nationalisten zum Gegenprotest auf Mallorca auf

01.10.2017 | 20:40
Pro oder Contra? Mallorca demonstriert für und gegen Katalonien-Referendum
Rund 3.500 Menschen zeigten am Freitag (29.9.) in Palma de Mallorca ihre Unterstützung für Katalonien

Rund 3.500 Menschen haben sich am Freitagabend (29.9.) im Zentrum von Palma de Mallorca zusammengefunden, um ihre Unterstützung zum geplanten Referendum in Katalonien zu symbolisieren. Unter dem Motto "Für die Demokratie" zogen sie von der Plaça d'Espanya zum Paseo del Borne. Immer wieder wurde gerufen: "Deixau votar el poble català" - "Lasst das katalanische Volk abstimmen".

Wie spanische Inselmedien berichten, waren nicht alle Passanten einer Meinung mit den Demonstranten. Immer wieder sollen auch Parolen wie "Viva España" - "Hoch lebe Spanien" zu hören gewesen sein. Doch die Teilnehmer ließen sich nicht beirren und hielten mit Aufrufen zur Demokratie dagegen. "Euch machen die Wahlurnen mehr Angst als die Waffen", spotteten einige und wandten sich zudem auf Englisch an die Öffentlichkeit: "Europäer, ignoriert nicht, was passiert. Das ist keine Demokratie, stoppt Unterdrückung!"

Auch viele Mitglieder der lokalen Ökopartei Més und der linken Protestpartei Podemos unterstützten die Demonstranten, unter anderem auch Inselratspräsident Miquel Ensenyat und Umweltminister Vicenç Vidal und Més-Sprecher David Abril. Abril gab seine Sorgen darüber zum Ausdruck, dass die Zentralregierung mit ihrem resoluten Vorgehen "Menschen- und Bürgerrechte verletzen" könne. Deshalb sei auch geplant, dass eine Delegation am Sonntag (1.10.) von Mallorca nach Barcelona reisen werde, um dort ebenfalls Unterstützung zum Ausdruck zu bringen.

Die Sprecherin der balearischen Landesregierung, Pilar Costa, rief derweil in einer öffentlichen Stellungnahme die zentralspanische Regierung, aber auch die Führungskräfte in Katalonien zu "Mäßigung" und "Dialog" auf. Wichtiger als das, was am Sonntag (1.10.) bei dem von den Katalanen geplanten, aber von der spanischen Verfassung nicht gebilligten Referendum geschehe, sei das, was im Anschluss passiere. Man müsse eine "politische Lösung" finden, so Costa. "Ohne Dialog wird weder Verständnis noch Übereinkunft möglich sein."

Am Samstag (30.9.) zoge wurden die Gegenstimmen zum Unabhängigkeits-Referendum laut: Mehr als 1.000 Leute versammelten sich laut der Nationalpolizei um 12 Uhr am Rathausplatz. Ihr Motto: "Wir alle sind Spanien." Die Veranstalter sprachen von rund 6.000 Teilnehmern.
 
Organisiert worden war der Protest von der konservativen Stiftung "Fundación Nacional Círculo Balear". "Hoch lebe Spanien" aber auch "wir sind Mallorquiner, nicht Katalanen" war auf den Schildern der Demonstranten zu lesen, sowie "Gegen die Übernahme der Balearen durch das Putsch-Projekt des katalanischen Separatismus."
 
Die Veranstaltung dürfte nicht zuletzt deshalb so gut besucht sein, weil sich viele konservative Landwirte und Stierkampfbefürworter im Anschluss an eine andere Demonstration gegen die balearische Umweltpolitik zu den Protestlern am Rathausplatz gesellten. /somo

Hintergründe zum Konflikt in Katalonien lesen Sie hier.
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