Sechs Verkehrstote an derselben Stelle: Wann reagieren die Straßenplaner?

Erneut starb am Sonntag ein Motorradfahrer bei Son Serra de Marina. An derselben Stelle verunglückten vergangenes Jahr eine deutsche Familie und im August ein weiterer Motorradfahrer. Das Restaurant Rancho Grande fordert Lösungen. Der Inselrat plant noch

09.10.2017 | 12:31
Der 22-jährige Motorradfahrer verstarb am Unfallort

Bei einem Verkehrsunfall auf der Landstraße zwischen Artà und Alcúdia im Nordosten von Mallorca ist am Sonntag (8.10.) ein 22-jähriger Motorradfahrer ums Leben gekommen. Der Unfall ereignete sich an derselben Stelle, an der im vergangenen Jahr eine deutsche Familie zu Tode kam.

Zu dem Unfall kam es nach Angaben der Verkehrspolizei um 13.25 Uhr, als ein Pkw, der in Richtung Artà unterwegs war, nach links in die Einfahrt des Ausflugsorts Rancho Grande abbiegen wollte. Im selben Moment setzte offenbar der Motorradfahrer zu einem Überholmanöver an. Er wurde in Folge des Aufpralls mehrere Meter durch die Luft geschleudert. Trotz erster Hilfe durch einen Augenzeugen und den Wiederbelebungsversuchen der Rettungskräfte, verstarb der 22-Jährige am Unfallort. Die Fahrerin des Pkw blieb unverletzt.


Schreckliche Bilanz: sechs Tote in 14 Monaten

Die Zahl derjenigen, die an genau derselben Stelle bei Autounfällen ums Leben kam, steigt somit auf sechs Personen. Zuletzt kam an der Stelle im August dieses Jahres ebenfalls ein Motorradfahrer ums Leben. Im vergangenen Jahr war hier bei einem tragischen Unfall eine vierköpfige deutsche Familie ums Leben gekommen

Angesichts dieser erschreckenden Zahl erhöht sich der Druck auf den Inselrat, die Sicherheit an der Gefahrenstelle zu erhöhen. "Wir haben das schon nach den letzten Unfällen gefordert und beim Bürgermeister vorgesprochen", erklärt Jaime Capllonch vom Rancho Grande gegenüber der MZ. "Ideal wären ein Kreisel oder eine Abbiegerspur", fügt er hinzu. "Oder zumindest eine durchgezogene Linie zusammen mit einer Geschwindigkeitsbegrenzung und einer Radarkontrolle. Das ließe sich schneller einrichten", sagt er betroffen. 

Natürlich sei auch ein bisschen Zufall im Spiel gewesen. In den 22 Jahren, in denen sie das Restaurant an derselben Stelle nun betreiben, habe es zuvor keinen einzigen ernsthaften Unfall gegeben, betont Capllonch.

Zuständig für solche Maßnahmen wäre das Dezernat für Territorium und Verkehr des Inselrats Mallorca. Ein Sprecher bestätigte auf Nachfrage der MZ, dass man sich über verschiedene Lösungen Gedanken mache. Allerdings habe man noch keine Entscheidung getrofffen. "In jedem der Unfälle war ein Fahrzeug verwickelt, das an der Stelle auf den Parkplatz des Restaurants abbiegen wollte", hieß es beim Inselrat.   /ff  /tg

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