Diesmal glimpflich: Viertes Urteil gegen Ex-Premier Jaume Matas

Der frühere Ministerpräsident wurde in einem Teilverfahren im Skandal um die Palma Arena mit einem Berufsverbot belegt

17.10.2017 | 11:00
Jaume Matas, Ballester, auf der Anklagebank.

Viertes Urteil für Jaume Matas: Der frühere balearische Ministerpräsident ist in einem weiteren Teilverfahren des Skandals rund um den Bau der Palma Arena mit einer glimpflichen Strafe davongekommen. Wegen Amtsmissbrauchs bei der Auftragsvergabe an die Architekten verurteilte ihn das balearische Oberlandesgericht am Montag (17.10.) zu acht Jahren Berufsverbot.

Freigesprochen wurde Matas dagegen vom Vorwurf des Betrugs, wofür die Staatsanwaltschaft drei Jahre Haft gefordert hatte. Auch wenn der Ex-Premier sich über Vorschriften hinweggesetzt habe, sei dadurch der öffentlichen Verwaltung in diesem Fall kein finanzieller Schaden entstanden, heißt es über Matas, der schon seit 2007 kein Politiker mehr ist. 

Mit 76 Millionen Euro war der Komplex sehr viel teurer geworden als geplant, die Kosten seien aber deutlich entfernt von den 110 Millionen Euro, die zwischenzeitlich im Zuge der Ermittlungen angenommen worden waren.

In dem Prozess um den Bau der Radsportanlage hatte auch der deutsche Architekt Ralph Schürmann als Zeuge ausgesagt und den angeklagten Ex-Balearen-Premier Jaume Matas belastet. Er sei 2006 entlassen und von dem Projekt abgezogen worden, weil er ein transparenteres, zeitaufwendigeres Vergabeverfahren angemahnt habe, so Schürmannbei seiner Aussage im September. Daraufhin sei ein Vorwand gesucht worden, um ihm das Projekt zu entziehen. Dieses wurde daraufhin den Brüdern García Ruiz, Freunden von Matas, übergeben.

Die 2007 eröffnete Palma Arena ist ein Symbol für die Korruption auf Mallorca. Die Beispiele für Pfusch am Bau füllen eine lange Liste, der internationale Radsportverband erklärte die Arena wegen Baumängeln zunächst für nicht wettkampftauglich. Weder wurde das Projekt öffentlich ausgeschrieben, noch wurden ausgeführte Arbeiten ausreichend dokumentiert. Der Skandal sollte sogar das Königshaus erschüttern – die Ermittlungen gegen Iñaki Urdangarin, Schwager von König Felipe VI., waren eines von 26 Einzelverfahren des Skandals. /ff

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