Gewerkschaften klagen über Ausbeutung trotz starker Konjunktur auf Mallorca

Immer mehr Angestellte erleiden Arbeitsunfälle aufgrund von Überarbeitung. Hotels und Restaurants besonders betroffen

23.10.2017 | 08:02
Übermüdung ist der Hauptgrund für häufige Unfälle, argumentieren Gewerkschafter.

Die Fälle der illegalen Ausbeutung am Arbeitsplatz auf Mallorca nehmen zu, obwohl die Konjunktur stark angezogen hat. Das zumindest beklagen die Gewerkschaften UGT und CCOO, die entsprechende Zahlen vorgelegt haben. Endlose Arbeitszeiten, Verstöße gegen die Tarifverträge, übertriebene Arbeitslasten und schwarz ausgezahlte Löhne seien die häufigsten Anzeichen für diese Ausbeutung.

"Es ist eine Art von Ausbeutung, die die Gesellschaft ohne es zu wollen schon als normal akzeptiert. Wir kämpfen jeden Tag gegen die stillschweigende Akzeptanz dieses Zustands an. Gegen diese Einstellung 'Das ist halt so', die uns allen schadet", erklärt Ana Landero von der Gewerkschaft UGT.

Die zwischen August 2016 und August 2017 registrierten Arbeitsunfälle seien im Vergleich zum Vorjahr um knapp 5 Prozent gestiegen, rechnet Landero vor. In fast allen Fällen habe es sich dabei um kleine Unfälle gehandelt, die durch Stress oder Übermüdung verursacht wurden. Überstunden, die die legale Grenzen überschreiten und schwarz abgerechnet werden, sowie fehlende Ruhezeiten zwischen den langen Arbeitstagen seien der Grund für die steigende Zahl der Unfälle am Arbeitsplatz.

"Der Arbeitsdruck ist sehr hoch. Die Unternehmen haben weniger Angestellte als vor der Krise, aber das Arbeitsaufkommen liegt höher. Wenn nicht mehr Personal angestellt wird, wächst der Druck auf alle Angestellten. Und das wird leider zum Normalzustand. Und am Ende bricht die Kette an ihrem schwächsten Glied", argumentiert Landero.

Der größte Teil der Beschwerden - etwa 90 Prozent - stamme aus dem Sektor der Hotellerie und Gastronomie, bestätigt Yolanda Calvo von der Gewerkschaft CCOO. "Vor allem beschweren sich die Angestellten, dass sie mehr Stunden leisten müssen, als im Vertrag vereinbart sind. Und dass die tarifvertraglich vereinbarten Ruhezeiten nicht eingehalten werden."

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