Mallorcas Hoteliers graben in London das Kriegsbeil aus

Durch die Erhöhung der Touristensteuer könnten schon im kommenden Jahr eine Million Touristen ausbleiben

17.11.2017 | 11:01
Die mallorquinischen Hoteliers trafen sich am Rande der WTM in London.

Zum Ende der Tourismusmesse WTM in London haben die Mallorca-Hoteliers noch einmal heftige Kritik an der Erhöhung der Touristensteuer ab der kommenden Sommersaison geübt. Den Balearen könnten durch diese Entscheidung der Linksregierung schon 2018 rund eine Million Touristen entgehen, erklärten die Vertreter des Hotelierverbands Fehm in London in einem Gespräch mit spanischen Journalisten.

"Die Regierungen anderer Länder geben mächtig Gas, während wir auf die Bremse treten. Wir können eine Million Besucher Verlieren. Wer das bestreitet, verkennt die Realität", erklärte der geschäftsführende Fehm-Vorsitzende Gabriel Llobera am Mittwoch (8.11.) auf der WTM. "Ich empfehle der Balearen-Regierung, dass sie die Steuer zurücknehmen, weil sie uns enorm ins Hintertreffen bringt", fügte er hinzu.

Llobera verwies auf die großen Schwierigkeiten für die Hoteliers der Region. Neben der Erhöhung der Touristensteuer stünde die Wiedererstarkung der Märkte wie Griechenland bevor, sowie die Abwertung der Währungen in außereuropäischen Destinationen, mit der zum Beispiel Tunesien massiv Urlauber anlocken wolle.

Der balearische Tourismusminister Biel Barceló widersprach der pessimistischen Sichtweise der Hoteliers. "Es ist wahr, dass uns die britischen Reiseveranstalter mit der Wiedererstarkung anderer Destinationen unter Druck setzen, die tatsächlich stattfindet. Aber es ist ebenso wahr, dass wir auf den Balearen vor einem Markt stehen, der im Sommer nicht mehr weiter wachsen kann, der nicht mehr hergibt", erklärte Barceló.

"Griechenland und die Türkei haben ebenfalls eine Touristensteuer. Und über den Wiederaufschwung der neuen Märkte haben wir schon im vergangenen Jahr genauso gesprochen. Wir müssen uns in der Bewertung darauf konzentrieren, wie viele Touristen uns das Jahr über insgesamt besuchen und wie viel Geld sie ausgeben", sagte Barceló. /tg

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