Kein Sex vor der Kleinen: Eltern von Nadia freigesprochen

Die Eltern der Mallorquinerin sollen ihre Tochter weder in sexuelle Handlungen verwickelt, noch sie zu Kinderpornografie missbraucht haben. Das Verfahren um Veruntreuung von Spendengeldern geht weiter

20.11.2017 | 09:53
Zumindest in puncto Kinderpornografie und Exhibitionismus freigesprochen: die Eltern der kleinen Nadia.

Die Eltern der kleinen Mallorquinerin Nadia Nerea müssen sich nicht länger vor Gericht wegen mutmaßlicher Kinderpornografie und Exhibitionismus verantworten. In einem Urteil sprachen die Richter in Lleida (Katalonien) die Eheleute in diesem Anklagepunkt frei. Die Staatsanwaltschaft hatte zwei Jahre Haft gefordert. 

Der Fall Nadia hatte auch auf Mallorca seit Dezember 2016 immer wieder große mediale Aufmerksamkeit erhalten. Damals war herausgekommen, dass die Eltern ihre Tochter, die an einer seltenen Krankheit leidet, mutmaßlich im großen Stil dafür benutzt haben, Spendengelder einzutreiben, die sie dann möglicherweise für andere Zwecke ausgaben.

Im Laufe der Ermittlungen waren die Beamten auf Fotos gestoßen, die die Eltern bei sexuellen Handlungen zeigen und auf denen auch die Tochter im Hintergrund zu sehen ist. Die Angeklagten stritten ab, jemals Sex gehabt zu haben, während sich ihre Tochter in wachem Zustand im selben Zimmer aufhielt. Auch die Richter hielten das nicht für erwiesen. Auch seien andere Bilder, die Nadia nackt zeigen, keinesfalls pornografischen Charakters.

Weiter bestehen bleibt jedoch der Vorwurf der Spendengeldveruntreuung. Nadia, die wohl an Trichothiodystrophie erkrankt ist – eine Erbkrankheit, die die Kleine schnell altern lässt und Nadias Vater Blanco Nerea zufolge in einem frühen Tod mündet – lebte mehrere Jahre mit ihren Eltern auf Mallorca.

Jahrelang verließen sich Medien und die Bevölkerung auf die Angaben der Familie und spendeten seit 2008 einen beträchtlichen Betrag, um angebliche komplizierte Operationen im Ausland finanzieren zu können. Der Vater spricht von 325.000 Euro, andere der Familie nahestehende Quellen berichten sogar von bis zu zwei Millionen Euro. Statt das Geld tatsächlich für die medizinische Versorgung auszugeben, soll Blanco große Teile davon in Luxusgüter investiert haben. Das Urteil dazu steht noch aus. /somo

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