Sprachenstreit: Taxifahrer will kein Katalanisch hören

Eine Passagierin behauptet, sie sei aufgrund ihrer Sprache in Palma aus dem Taxi geworfen worden

20.11.2017 | 11:27
Eigentlich sollte es im Taxi doch friedlich zugehen. Ein Taxifahrer bei der Auto-Segnung auf Mallorca.

Der Sprachenstreit auf Mallorca schlägt neue Wellen. Nun untersucht die Stadt Palma einen Vorfall, der in einem Taxi stattgefunden haben soll. Weil eine Passagierin sich auf Katalanisch an den Taxifahrer gewandt hätte, habe dieser sich geweigert, sie zum gewünschten Ziel zu befördern, hatte sich die Kundin gegenüber der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca" beschwert.

Nun fordert die Stadt die Frau auf, den Vorfall offiziell als Beschwerde bei der Stadt einzureichen. Die Taxen "sind ein öffentliches Angebot und niemand darf diskriminiert werden, weil er eine der offiziellen Sprachen spricht", veröffentlichte die Stadt Palma in den sozialen Netzwerken.

Der Vorfall soll sich am Samstag (18.11.) zugetragen haben. Laut der Aussage der Passagierin sei sie in das Taxi eingestiegen und habe sich auf Katalanisch an den Fahrer gewandt. Dieser habe entgegnet, dass "er es nicht zulässt, dass man ihn in seinem Auto auf Katalanisch" anspricht". Er soll der Frau angeboten haben, sie entweder zur Taxistation zurückzubringen falls sie nicht an Ort und Stelle aussteigen wolle.

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Auf den Balearen ist - ebenso wie in den Regionen Katalonien und Valencia - Katalanisch zusammen mit Spanisch offizielle Amtssprache. Auch in den Schulen, Rathäusern oder Inselparlamenten wird Katalanisch gesprochen. Mallorquinisch ist die Bezeichnung für die auf der Insel gesprochene Mundart des Katalanischen.

Um die Bedeutung, die dem Katalanischen oder Mallorquinischen auf der Insel zukommen sollte, streiten die Bürger und Politiker der Insel regelmäßig. Erst in der vergangenen Woche gab es auf einem Vueling-Flug zwischen Barcelona und Menorca Zoff, der anscheinend damit endete, dass zwei Passagierinnen das Flugzeug verlassen mussten. Auch die Frage, ob und wie gut Angestellte im öffentlichen Dienst beide Sprachen beherrschen müssen, führt immer wieder zu Streit. Wegen der Stellung der Regionalsprache im Unterricht der hiesigen Schulen kam es in den vergangenen Jahren häufiger Streiks. Wegen des Katalonien-Konflikts liegen die Nerven in diesen Tagen auch auf Mallorca besonders blank.     /tg

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