Vermisster Koch: Deutsche Polizisten ermitteln in Cala Ratjada

Der 28-Jährige Kölner war im August spurlos im Urlaubsort verschwunden. Jetzt unterstützen Ermittler aus dem Rheinland die Kollegen auf Mallorca. Seine Mutter gibt die Hoffnung nicht auf

22.11.2017 | 16:46
Seit dem 17. August auf Mallorca vermisst: Kai Uwe Palma

Im Fall um den seit August in Cala Ratjada vermissten Deutschen Kai Uwe Palma haben Beamte der Vermisstenfahndung der Polizei Köln in den vergangenen Tagen auf Mallorca ermittelt. Bereits am vergangenen Wochenende waren die Ermittler angereist, ihren Rückflug traten sie am Mittwoch (22.11.) an, so die Pressestelle der Kölner Polizei auf MZ-Nachfrage.

Die deutschen Polizisten unterstützen die spanischen Kollegen der Guardia Civil bei ihren Nachforschungen, da der 28-Jährige im Einwohnerverzeichnis der Stadt Köln registriert ist. Details über den aktuellen Ermittlungsstand konnte die Pressestelle noch nicht preisgeben, "die Ermittlungen scheinen aber sehr umfangreich zu sein, sonst würden die Kollegen nicht auf Dienstreise nach Mallorca geschickt", so ein Pressesprecher.

Kai Uwe Palma war am 17. August 2017 plötzlich spurlos verschwunden. Angaben der Guardia Civil zufolge arbeitete der Deutsche als Koch in dem Schnellimbiss Nyam Nyam nahe der Cala Agulla im Urlaubsort Cala Ratjada. Während seiner Arbeitszeit verließ er den Imbiss, ohne Ausweispapiere und sein Handy mitzunehmen. Seit dem habe ihn niemand mehr gesehen. Im ganzen Dorf hängen noch immer Vermisstenplakate auf Spanisch und Deutsch aus. Die stammen aber nicht von der Polizei, sondern von Kai Uwes Mutter Martina Palma, die gemeinsam mit der Lebensgefährtin ihres Sohnes seit dessen Verschwinden bereits zwei Mal auf der Insel war.

"Wir kriegen von der Polizei so gut wie keine Informationen, weder von der Guardia Civil noch von den deutschen Ermittlern", so Martina Palma am Mittwoch (22.11.) im Telefoninterview mit der MZ. "Wir haben in Eigenregie Krankenhäuser auf der Insel abgeklappert, bei Taxizentralen nachgefragt und an verschiedenen Orten Plakate aufgehängt", berichtet sie.

Für ihren Sohn sei es das erste Mal gewesen, dass er zum Arbeiten auf die Insel ging. "Im April flog er nach Mallorca, ich habe ihn dann im Sommer nochmal gesehen, als ich ihn auf der Insel besuchte", erzählt sie und fügt hinzu: "Damals ging es ihm gut." Zum letzten Mal Kontakt hatte sie am 8. August per Telefon. "Ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass er doch noch auftauchen könnte. Vielleicht bringen die Ermittlungen der deutschen Beamten endlich Spuren. Und ich hoffe, dass ich auch mal darüber informiert werde", sagt sie.

Als sie aus der Presse erfuhr, dass am Freitag (10.11.) in Son Serra de Marina ein toter Körper im Wasser gefunden wurde, rief sie gleich dort an, um nachzufragen, ob es sich um ihren Sohn handeln könnte. "Man konnte mir aber auch nichts sagen." 

Kai Uwe Palma ist zwischen 1,80 und 1,85 Metern groß, schlank, hat welliges, blondes Haar und hellblaue Augen. /somo

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