Fall Cursach: Disco-König weist Anschuldigungen zurück

Er habe sich nicht ums Tagesgeschäft gekümmert, so der Beschuldigte bei seiner Vernehmung am Montag (27.11.)

30.11.2017 | 09:18
Die Beschuldigten bei ihrer Ankunft vor Gericht.

Disco-König Bartolomé Cursach, Hauptverdächtiger im Korruptionsfall rund um das Nachtleben auf Mallorca, hat bei seiner zweiten Vernehmung durch den Untersuchungsrichter am Montag (27.11.). sein Schweigen gebrochen. Er wies die schweren Anschuldigungen, die gegen ihn erhoben werden, zurück, und beteuerte seine Unschuld. Er habe sich nicht um das Tagesgeschäft gekümmert. Weder habe er die Bestechung von Ortspolizisten angeordnet, noch wisse er von angeblichen Sexorgien in der Discothek Tito's, zu der Ortspolizisten eingeladen gewesen seien. Schon Monate vor seiner Festnahme habe er seine Diskotheken nicht mehr betreten, so Cursach laut der MZ-Schwesterzeitung "Diario de Mallorca".

Der Fall hatte zuletzt weitere Brisanz erhalten, nachdem eine Kronzeugin ihre Aussage gegen Cursach zurückgenommen hat und stattdessen Untersuchungsrichter sowie Staatsanwalt beschuldigt, sie unter Druck gesetzt zu haben. Gleichzeitig zur Vernehmung am Montag demonstrierten mehr als 200 Personen im Zentrum von Palma de Mallorca - darunter Mitarbeiter, Beschuldigte, Angehörige und Ortspolizisten - und forderten die Inhaftierung von Untersuchungsrichter und Staatsanwalt. 

Der Betreiber des Partytempels Megapark, der Diskothek BCM und etlicher anderer Unternehmen wartet derzeit in Untersuchungshaft auf seinen Prozess. Ihm werden über ein Dutzend schwerer Delikte vorgeworfen, unter anderem soll er jahrzehntelang Polizisten, Politiker und Verwaltungsangestellte bestochen haben.

Hintergrund: alle Artikel zum Fall Cursach

auf Twitter teilen
auf Facebook teilen
Empfohlene Links: Inselradio 95,8 | Mallorca mal 365 |