Convair 990: Weg frei für Restaurierung von Mallorcas Geisterjet

Der Inselrat hat ein Verfahren zur Aufhebung des Denkmalschutzes für das Flugzeug gestoppt, das seit Jahrzehnten auf dem Airport verrottet

28.11.2017 | 16:05
Blick auf den Geisterjet.
Convair 990: Weg frei für Restaurierung von Mallorcas Geisterjet

Der Inselrat von Mallorca hat ein Verfahren zur Aufhebung des Denkmalschutzes für die seit Ende der 80er auf dem Flughafen vor sich hin rostende Convair 990 der früheren Airline Spantax gestoppt. Damit haben Restauratoren freie Bahn, den Jet weiter auf Vordermann zu bringen. Zunächst aber solle das Flugzeug an einen sicheren Ort gebracht werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Inselrats vom Dienstag (28.11.). 

Das Flugzeug, von dessen Typ es nur noch vier auf der ganzen Welt gebe, sei Symbol einer Epoche und wichtiges Kulturgut, wird Inselratspräsident Miquel Ensenyat zitiert. Man wolle nun zwischen der Flughafenverwaltung Aena, Flugzeugfans und privaten Investoren vermitteln, um die Restaurierung des Geisterjets voranzubrigen. Aena stehe dem Projekt inzwischen positiv gegenüber, heißt es. 

Wegen des schlechten Zustandes der Maschine hatte der Inselrat Ende 2016 ein Verfahren zur Aufhebung des 2010 verfügten Schutzes eingeleitet. Anfang 2017 begannen dann die "Freunde des Flughafens Son Sant Joan" um den Flugzeugnarren Javier Rodriguez mit den ersten Reparaturarbeiten. „Wir haben mit einem Sandstrahlgebläse besonders oxidierte Stellen restauriert", erklärte er der MZ im vergangenen Mai

Die Mallorca-Coronado wurde 1962 gebaut und flog von 1972 bis April 1987 für den Charterflieger Spantax. Damals gab es zeitweise eine Verbindung zwischen Palma und New York, über Madrid, die Azoren und der kanadischen Stadt Gander auf Neufundland. Nach der spektakulären Pleite der Linie 1988 stand die Coronado einige Zeit im Hangar und wurde dann, als die Miete nicht mehr beglichen wurde, herausgeschoben und sich selbst überlassen.

Hintergrund: Sandstrahl für den Geisterjet

Missmanagement und mehrere Un- und Zwischenfälle brachen Spantax das Genick. Häufig spielte dabei die Inkompetenz im Cockpit eine Rolle, etwa 1967, als der Airline-Chef persönlich bei einem Demonstrationsflug eine Convair 990 Coronado versehentlich auf einer viel zu kurzen Piste in Hamburg-Finkenwerder landete, statt wie vorgesehen in Hamburg-Fuhlsbüttel. /it

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