Fall Cursach: Richter bittet um Schutz vor Aggressionen

Drohungen, Demonstrationen und Einbrüche gefährden die Unabhängigkeit der Justiz, so Penalva

22.12.2017 | 12:46
Ermittlungsrichter Manuel Penalva.

Bei den Ermittlungen gegen Bartolomé Cursach, den sogenannten Disco-König von Mallorca, wird hinter den Kulissen anscheinend mit sehr harten Bandagen gekämpft. Der Untersuchungsrichter Manuel Penalva sieht sich durch Einbrüche in seine Wohnungen und Demonstrationen gegen seine Person bedroht und bittet nun den Richterrat um Schutz. In einem Antrag, über den am Donnerstag (21.12.) entschieden werden soll, erklärt er, dass durch die Einschüchterungsaktionen seine Unabhängigkeit als Richter bedroht sei.

Seit Jahren ermittelt Penalva in diesem riesigen Korruptionsfall, in den neben Cursach auch namhafte Politiker, ehemalige Polizeichefs und hohe Verwaltungsangestellte verstrickt sein sollen. Durch jahrzehntelange Bestechung soll Cursach sich die Behörden gefügig gemacht, damit die Konkurrenz im Nachtleben rund um die Bucht von Palma ausgeschaltet und sich auf diese Weise eine Monopolstellung ergaunert haben.

Während der Ermittlungen sei in seine Privathäuser zweimal eingebrochen worden. Unter anderem wurde sein Motorrad aus einer Kellergarage gestohlen. Die Verteidiger der in dem Fall Beschuldigten hätten zudem eine Kampagne gegen den Richter organisiert, deren sichtbarste Konsequenz zwei Demonstrationen mit hunderten von Teilnehmern gewesen sei. Wichtige Zeugen, die Cursach oder andere mutmaßlich Beteiligte belasten, waren mehrfach bedroht oder tätlich angegriffen worden. /tg

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