Touristensteuer könnte ein Prozent der Mallorca-Urlauber abschrecken

Das ist das Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie der Balearen-Universität. Im Worst-Case-Szenario könnten jährlich etwa 970.000 touristische Übernachtungen wegfallen

05.02.2018 | 09:28
Eine Touristin auf Mallorca

Die umstrittene Touristensteuer auf Mallorca könnte bis zu 133.000 Urlauber davon abhalten, ihre Ferien auf der Insel zu verbringen, also etwa ein Prozent aller Touristen. Das geht aus einer Studie der Balearen-Universität hervor.

Die Wissenschaftler der Wirtschaftsfakultät gingen bei ihren Berechnungen von einer durchschnittlichen Abgabe von 1,37 Euro pro Urlaubstag in der Hochsaison aus – also einer Erhöhung der Aufenthaltskosten von 1,3 Prozent. Bei 0,4 bis 0,9 Prozent der Touristen führe dies dazu, sich gegen einen Mallorca-Urlaub entschieden. Im schlimmsten Fall würde das (bei einem durchschnittlichen Aufenthalt von 7,3 Urlaubstagen) zu dem Verlust von bis zu 869.000 Übernachtungen im Sommer und knapp 75.000 im Winter führen.

Die Auswirkungen seien "gering" und gingen vom Worst-Case-Szenario aus, so die Wissenschaftler Jaume Rosselló Nadal und Andreu Sansó, die ihre Ergebnisse jetzt in der Fachzeitschrift "Cuadernos Económicos" veröffentlichten.

Zudem betonten sie, dass sie sich bei ihrer Arbeit ausschließlich auf wirtschaftliche Berechnungen stützten. Nicht berücksichtigt wurden zahlreiche andere Faktoren wie die Sicherheitsbedenken in alternativen Urlaubsdestinationen oder die Werbekampagnen für den Tourismus auf den Balearen. "Der Tourismus wird durch viele Faktoren beeinflusst", so Sansó. Auch die mediale Aufbereitung von Themen wie Urlaubersteuern spielten eine ausschlaggebende Rolle.

Tatsächlich kann von Urlauberrückgang bisher keine Rede sein: In den vergangenen Sommern knackten die hohen Besucherzahlen auf Mallorca und den Nachbarinseln regelmäßig die Rekorde. Laut Angaben des Touristik-Instituts Frontur entschieden sich allein im Jahr 2017 fast 14 Millionen Menschen für einen Urlaub auf den Inseln, das sind 6 Prozent mehr als noch im Jahr 2016.

Die Hotelbranche auf Mallorca, die schon immer gegen die Einführung einer Touristensteuer gewettert hat, geht derweil von weitaus drastischeren Urlauberverulsten aus. Erst im vergangenen November hatte die Hotelvereinigung Fehm ihre Sorge öffentlich gemacht, dass im Sommer 2018 etwa 1 Million Menschen weniger auf einen Mallorca-Urlaub setzen würden, wenn die beschlossene Erhöhung der Touristensteuer in Kraft tritt. Eine wissenschaftliche Basis für diese Annahme gab es damals nicht. /somo

Hintergrund: So hoch wird die Touristensteuer 2018

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