Was deutsche Wanderer über die Tramuntana denken

Laut Umfragen der Naturschutzvereinigung Bund wollen viele Besucher beim Schutz der Naturlandschaft mit anpacken. Zumindest theoretisch

15.02.2018 | 15:22
Fast alle deutschsprachigen Wanderer sind von der Landschaft in der Tramuntana auf Mallorca begeistert.

Da soll noch einmal einer sagen, die Deutschen besuchten Mallorca nur zum Sonnenbaden am Hotelpool und zum Partymachen in der Schinkenstraße! Nein, es gibt so einige, die das Gegenteil suchen: Ruhe, Natur und Bewegung. Die deutsche Naturschutzorganisation Bund hat sie jetzt in Zusammenarbeit mit der mallorquinischen Gruppe Amics de la Terra zu Wort kommen lassen. 168 deutschsprachige Tramuntana-Wanderer nahmen im Mai 2017 an Umfragen der Umweltschützer teil. Und siehe da: Fast alle schätzen die Natur und finden es gut, dass die Tramuntana als UNESCO-Welterbe unter Schutz steht. Und die Hälfte der Befragten ist sogar bereit, sich in der Freizeit für die Pflege der Gebirgslandschaft zu engagieren.

Das klingt großartig! Geradezu nach einem Prototyp des so sehnsüchtig herbeigewünschten Qualitätsurlaubers. Einem, der nicht stört und sogar seinen eigenen Müll aufräumt. Erst genauere Nachfragen zeigen die Schwächen, die auch das Profil dieser Wandersleute mit sich bringt: 60 Prozent fahren mit dem Auto zum Ausgangspunkt ihrer Wanderung. Auf öffentlichen Nahverkehr greifen nur elf Prozent zurück. Ein Viertel wählt die von vielen geächtete Ferienvermietung als Unterbringung. Und: Praktisch alle sind begeistert von der Schönheit der Natur und wollen wiederkommen – aber kaum jemand hat die Probleme erkannt, mit denen die Landschaft zu kämpfen hat. Weder die Trockensteinmauern, die vielmals in bedauerlichem Zustand sind, noch die landwirtschaftlich genutzten Terrassen, die oft bessere Pflege nötig hätten. Und auch das Leid vieler von Plagen befallener Kiefern und Olivenbäume fiel kaum einem auf.

Da ist es erfreulich, dass viele der Befragten (zumindest rein hypothetisch und zur Freude der Fragensteller) trotzdem an Reinigungs- und Beflanzungsaktionen teilnehmen würden, wenn es denn welche speziell für Touristen gäbe. Gern sogar mehrere Tage lang und gegen einen Aufpreis. Dass der Beweggrund für viele ist, mit Einheimischen in Kontakt zu kommen, und die Natur nur auf Platz zwei der Gründe fürs Engagement steht? Wen stört das schon – Kontaktfreudigkeit ist ja schließlich nichts Verwerfliches!

Schade nur, dass der Zuspruch bei der Umsetzung dann erst einmal geringer war. Die Organisatoren hatten Mühe, genügend Teilnehmer für den ersten Freiwilligen-Einsatz im vergangenen Oktober zu finden. Bei einer für April geplanten Aktion setzt man nun auf eine Gruppe Engagierter, die sich selbst bei Bund meldete. „Zwei weitere Aktionen sind langfristig geplant, mal gucken, ob wir da Teilnehmer finden", so die Veranstalter. Die Termine wird die MZ rechtzeitig bekannt geben.

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