Tödlicher Raubüberfall auf Mallorca: War es doch keine Notwehr?

Neue Ermittlungsergebnisse im Fall um den 77-Jährigen Hausbesitzer in Porreres, der einen Einbrecher mit dem Schuss aus einer Schrotflinte getötet hat

03.03.2018 | 09:33
Beamte der Guardia Civil beim Einsatz in Porreres auf Mallorca

Der 77-Jährige Hauseigentümer, der am Samstag (24.2.) auf Mallorca einen Einbrecher mit einer Schrotflinte erschossen hat, soll möglicherweise bereits abgedrückt haben, bevor ihn die anderen Eindringlinge verprügelten. Damit wäre in Frage gestellt, ob er tatsächlich aus Notwehr handelte.

Wie die ermittelnde Guardia Civil jetzt bekannt gab, verdichteten sich die Hinweise darauf, dass sich die Ereignisse in Porreres so abgespielt haben, wie der Bruder des verstorbenen Einbrechers ausgesagt hat. Dieser hatte von Anfang an darauf beharrt, dass er dem Rentner die Schläge erst verpasst habe, nachdem dieser seinen Bruder mit einem Bauchschuss verletzt hatte. Eine langwierige Inspektion des Tatorts lässt die Ermittler zu ähnlichen Schlüssen kommen. Scheinbar hatten sich die Eindringlinge gewaltsam Zugang zum Anwesen verschafft und die Eigentümer mit Eisenstangen bedroht, um an Bargeld zu kommen, waren aber nicht weiter handgreiflich geworden.

Während die Einbrecher sich nach weiteren Wertgegenständen und Bargeld umsahen, schnappte sich der 77-Jährige die Schrotflinte und drückte ab. Erst daraufhin soll der Bruder des Verletzten auf den alten Mann eingeschlagen und ihm das Gewähr abgenommen haben. Dann zerrte er den Verletzten nach draußen. Das Rentnerehepaar nutzte den Moment, schloss sich im Haus ein und verständigte den Notruf. Draußen eilten die zwei weiteren Komplizen der Brüder zum Verletzten und schlugen dann auf die Haustür ein – unklar ist, ob sie die Rentner weiter bedrohen oder Hilfe für den Sterbenden einfordern wollten.

Noch bevor die Polizei eintraf, flüchteten die drei unverletzten Einbrecher, wurden aber später festgenommen. Der Angeschossene musste zwei Stunden lang ärztlich notbehandelt werden und verstarb letztlich an inneren Blutungen.

Der Fall hatte Ende Februar für Aufsehen in ganz Spanien gesorgt. Denn der Hauseigentümer muss sich nun wegen Mordes vor dem Gericht verantworten. Ein MZ-Besuch in Porreres zeigte, dass viele Anwohner zu ihm stehen – schließlich war es bereits das zweite Mal innerhalb weniger Monate, dass die Einbrecherbande das alte Ehepaar heimsuchte. /somo

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