Öko-Bojen bleiben vorerst kostenlos

07-05-2009  
Eine beliebte Anlegestelle: die Bucht von Formentor.
Eine beliebte Anlegestelle: die Bucht von Formentor.   Foto: Fius

ANDREAS JOHN Seit einem Jahr müssen Skipper ihr Boot an einigen Küstenabschnitten der Balearen an Liegebojen festmachen. Das Werfen eines Ankers ist dort zwischen Juni und Oktober untersagt, um die Seegraswiesen (Posidonia) auf dem Meeresboden vor weiterer Zerstörung zu schützen. Bisher waren Reservierung und Nutzung der Bojen kostenlos.

Im Herbst vergangenen Jahres kündigte das balearische Umweltministerium in Palma jedoch an, in diesem Sommer erstmals eine Nutzungsgebühr zu erheben. Doch daraus wird nichts, die Öko-Bojen bleiben kostenlos. „Uns fehlen die dazu notwendigen rechtlichen Befugnisse“, erklärt Bartomeu Calafet, Leiter der Küstenschutzbehörde im regionalen Umweltministerium. Er verhandelt seit Monaten mit der Zentralregierung in Madrid über die Übergabe der Zuständigkeit in Sachen Küstenschutz.

„Rein rechtlich gesehen sind wir lediglich die Konzessionäre der Bojen. Unsere Angestellten dürfen nur den Gebrauch der Bojen kontrollieren. Wir können aber niemandem ein Strafgeld auferlegen, der beispielsweise eine bereits reservierte Boje belegt“, sagt Calafet. Und genau das sei im vergangenen Jahr des Öfteren vorgekommen. Motto: Wer zuerst kommt, malt zuerst. „Wie sollen wir von jemandem Geld für einen Bojenplatz verlangen, wenn wir gar nicht sein erworbenes Anrecht darauf garantieren können?“ Aus diesem Grund gingen auch alle Skipper bisher straffrei aus, die sich nicht an das Ankerverbot in den ausgewiesenen Schutzzonen hielten. „Wir haben keinerlei rechtliche Befugnis, jemandem ein Bußgeld zu verpassen oder gar ein Schiff zu beschlagnahmen.“

Doch das könnte sich bald ändern. Noch für diese Legislaturperiode hofft Calafet darauf, die Zuständigkeit zu bekommen. Dann will man nicht nur für die Nutzung der Bojen kassieren, sondern weitere Schutzzonen um Mallorca und den anderen Balearen-Insel ausweisen. „In Planung ist bereits eine Studie, die uns Auskunft darüber geben soll, welche Küstenabschnitte in Zukunft besonders geschützt werden müssen.“ Auch ein totales Liegeverbot in kleineren Calas wie beispielsweise Cala Pí sei dann keinesfalls ausgeschlossen.

Auf Mallorca gibt es bisher vier Bojenfelder: Cala Blava (Llucmajor), Punta de l‘Arancada (Pollença), Portopetro (Santanyí) und Dragonera (Andratx). Je nach Schiffsgröße darf hier nur an den dafür vorgesehenen farbig markierten Bojen festgemacht werden. Die Farbe Orange gilt für Schiffe von bis zu acht Meter Länge, Weiß für acht bis 15 Meter Länge und Gelb für Yachten zwischen 15 und 25 Meter Länge. Auf allen Bojen sind deren jeweilige Erkennungsnummer, die maximal zulässige Schiffslänge sowie die maximal sichere Windstärke verzeichnet.

SO WIRD GEBUCHT

Jeweils eine Boje pro Schiff

Die Öko-Bojen können auch dieses Jahr ab Juni über die Internetseite www.balearslifeposido nia.eu reserviert werden. Bedingung ist, dass man sich vorher auf der viersprachigen Homepage registriert hat. Dazu ist ein Online-Formular, ähnlich wie bei der Beantragung eines Liegeplatzes in den Häfen, auszufüllen. Mit der anschließend per E-Mail zugeteilten Registrierungsnummer und Zugangsberechtigung können dann freie Bojen in den jeweiligen Küstenabschnitten kostenlos reserviert werden.

Die Plätze dürfen aber nur in einem Zeitraum von frühestens 20 bis spätestens 3 Tagen vor dem gewünschten Datum reserviert werden und gelten für maximal zwei Nächte in Folge. Es wird jeweils eine Boje pro Schiff zugeteilt. Yachten, die sich den Bojenfeldern nähern, wird von einem Aufsichtsboot ein Besuch abgestattet, um die Reservierung zu überprüfen. Dieses Boot patrouilliert täglich zwischen 10.30 und 20 Uhr.

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